Innovationsklima 2021 mit Sven Tollmien

Das Innovationsklima im DACH-Raum, die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der vergleichende Blick in die USA und nach China stehen im Fokus dieser TRENDONE Podcast-Episode.

  • 50 Innovations-Experten geben Auskunft zum Innovationsklima im DACH-Raum
  • Krisengewinner und Krisenverlierer im Branchenmix
  • Dringlichkeit als Motor für die Innovationsaktivitäten
  • Horizont 2 und 3 - mittel- und langfristige Innovationsvorhaben
  • Vorteil systematisches Trendmanagement
  • Unterschiede im Innovationsklima DACH-Region - USA und China
  • Erfolgsfaktoren Innovationstempo und Innovation Mindset
  • Internationalisierung von Innovationsaktivitäten
  • Fokus Wirksamkeit von Innovationsarbeit

Peter von Aspern
Director Trend Services, TRENDONE Hamburg

Sebastian Metzner
Chief Strategy Officer, TRENDONE Berlin

TRENDONE Podcast "Innovation geht anders" #19 Innovationsklima 2021 mit Sven Tollmien

Wirksame Innovationsarbeit benötigt zukünftig ein klar strukturiertes Partnermanagement, um eine ganzheitliche Sichtweise zu etablieren.

Transkription Podcast-Episode #19 Innovationsklima 2021 mit Sven Tollmien vom 17.02.2021 | 51 Min.

Sebastian Metzner: Unser heutiges Thema lautet Innovationsklima 2021 und dazu sprechen wir mit unserem Kollegen Sven Tollmien. Er ist Co-Autor der gleichnamigen Innovationsklima Studie, die er gemeinsam mit Nils Müller im vergangenen Jahr veröffentlicht hat. So diskutieren wir im ersten Teil der Folge welchen Einfluss die Corona Pandemie auf das Innovationsklima selbst hatte. Wie richten Unternehmen ihre Innovationsaktivitäten nun aus? Welche Themen stehen dabei im Mittelpunkt und welche Budgets werden zukünftig noch allokiert? Im zweiten Teil der Folge schauen wir auf den internationalen Vergleich. Wir fragen, fällt die DACH-Region durch die Lockdown Politik gegenüber den USA und China im Innovationsrennen weiter zurück? Welche Entwicklungen erwarten wir für das Jahr 2021 und wie wird sich dabei das Innovationsklima verändern? Darüber sprechen wir im letzten Teil der Folge. Also nun mittenrein in Folge 19.

Peter von Aspern: Herzlich willkommen zur Folge 19 des führenden Innovations-Podcast “Innovation geht anders” mit mir Peter von Aspern aus Hamburg. Und wie immer zugeschaltet aus Berlin ist-.

Sebastian Metzner: Ist Sebastian Metzner. Herzlich willkommen bei der Folge 19 des “Innovation geht anders”- Podcast. In dieser Woche bleiben wir global, denn nach unserer letzten Folge mit Mark Thom von Sony kümmern wir uns diese Woche ein bisschen um das Thema des Innovationsklimas und gehen der Kernfrage nach, welchen kurz-, mittel- und langfristigen Einfluss der Ausbruch der Corona Pandemie auf das Innovationsklima in Unternehmen gehabt hat. Ganz interessant ist in dem Zusammenhang, dass unsere Kollegen Nils Müller und Sven Tollmien im vergangenen Jahr eine Studie herausgegeben haben, die genau dieses Innovationsklima in Unternehmen beobachtet und hinterfragt hat und das können wir heute ein bisschen zum Hintergrund nehmen.

Peter von Aspern: Genau, das haben die beiden Kollegen Sven und Nils gemacht. Und als Ergänzung haben die beiden Kollegen tatsächlich auch noch mal die Studienergebnisse erweitert und auch verglichen, wie sich das Innovationsklima in Deutschland im Vergleich mit den USA und China darstellt und welche Insides man aus dem Vergleich auch ziehen kann. Vor allem ist aber auch noch einmal spannend, vertieft auf diese Studienergebnisse des Innovationsklimas aus dem DACH-Raum zu schauen. Das war ja Mitte 2020 als diese Studie durchgeführt worden ist und da werden wir auch noch mal reinschauen und gucken wie damals so die Stimmungslage war und auch den Ausblick wagen, wie sich dieses Stimmungsbild jetzt bis heute im Jahresverlauf verändert hat und welche Ausblicke wir so erwarten.

Sebastian Metzner: Und um nicht nur die Ergebnisse hier theoretisch zwischen uns beiden zu diskutieren, haben wir Sven, den Co-Autor der Studie eingeladen. Hallo Sven, wir begrüßen Dich sehr herzlich im Podcast.
Sven Tollmien: Ja hallo ihr zwei und vielen Dank für die Einladung.
Sebastian Metzner: Sven, am besten du stellst dich den Hörern am Anfang einmal kurz vor. Wer bist du und was machst du bei TRENDONE genau?

Sven Tollmien: Ja, vielen Dank. Ich bin Sven Tollmien, seit 16 Jahren jetzt bei TRENDONE und ich verantworte hier den Bereich Strategic Business Relations. Das heißt, mein Ziel ist es, das Thema Trends mit den Kunden gemeinsam zu entwickeln, zu sehen, wo das Ganze hingeht und wie man Trends wirksam in Unternehmen einsetzen kann. Das ist mein täglich Brot hier.

50 Innovations-Experten geben Auskunft zum Innovationsklima im DACH-Raum

Peter von Aspern: Im Rahmen deiner Tätigkeit hast du ja tatsächlich im letzten, von uns allen geliebten Jahr 2020 mit Nils unserem CEO gemeinsam mit über 50 Innovations-Experten aus zehn verschiedenen Branchen gesprochen. Euer Ziel war es tatsächlich in dieser ersten Studienphase das Innovationsklima im DACH-Raum vor dem Hintergrund der Corona Krise auszuloten. Und erzähl doch mal Sven, was habt ihr damals herausgefunden? Was waren so die Kernergebnisse, die dir am meisten hängen geblieben sind?

Sven Tollmien: Ja die Kernergebnisse gingen in vielerlei Richtung. Das heißt, das spannendste für uns war natürlich, wie das gesamte Standing gegenüber den Innovationen war. Ist es ein Thema, was als erstes gekappt wird? Ist es ein Thema, was man weiter laufen lässt? Und da muss man sagen, dass natürlich schon an der ein oder anderen Stelle massiv gekappt wurde. Man konnte das nachher ein bisschen über den Durchschnitt ziehen, um 20 Prozent aber da gab es natürlich Ausreißer nach oben und unten. Der Vergleich zu der Finanzkrise war natürlich spannend, wo ja deutlich hervorging wer auf Innovationen setzt, kommt auch besser daraus heraus. Das war natürlich auch unsere Intention, das auch noch mal zu verifizieren. Aber in den Gesprächen merkte man doch schon bei vielen, dass Innovation in dieser Pandemie Zeit stark zurückgefahren wurde und der Fokus erst mal auf etwas anderes gelegt wurde.

Peter von Aspern: Wie hast du das erlebt damals? Das war ja im Frühsommer, als ihr diese Gespräche geführt habt. Wie war da so die Stimmung? War man da noch im Krisenmodus oder war man schon einen Schritt weiter?

Sven Tollmien: Wir haben das ein bisschen als Schockphase formuliert, da natürlich viele, viele Veränderungen hereingekommen sind. Das heißt, wie geht man generell mit der Pandemie als solche um. Aber auch operative Auswirkungen. Das heißt, das ganze Thema Home-Office, digitales Arbeiten war für viele Unternehmen einfach auch eine große Barriere, die es erstmal zu bewältigen ging. Man hat von manchen Unternehmen gehört, die einfach kurz ihre IT hochgefahren haben und alles quasi weiterging. Andere haben erstmal Aktenordner und große Desktop-Rechner hin- und hergetragen. Das heißt, da gingen die Ansichten sehr, sehr stark auseinander an der Stelle. Und das war natürlich eine riesen Herausforderung sich überhaupt erstmal mit dieser Situation akut zu befassen aber dann eben auch die Ungewissheit, weil man das so noch nicht kannte. Wie geht es weiter? Was sind die nächsten Schritte? Da ging es erst mal eben in diese Schockphase und da sind wir auch mit der Studie gestartet. Nachher konnte man dann schon ein bisschen Veränderung in den Meinungen sehen oder hören, wenn man mit den Unternehmen gesprochen hat

Sebastian Metzner: Ihr habt damals im Auge des Sturms oder kurz danach eure Interviews geführt, weil dieser schwarze Schwan, diese Corona Pandemie, natürlich etwas war, was die Mehrheit der Personen einfach nicht kommen sehen hat. Kannst du uns ein bisschen erzählen, was denn die ersten Reaktionen der Unternehmen auf dieses Ereignis waren? Du hast gerade schon Homeoffice gesagt. Was kam vielleicht danach?

Die ersten Reaktionen der Unternehmen auf Corona

Sven Tollmien: Dann kam ganz schnell dieses Thema der Liquiditätssicherung. Also dieser Begriff Cash First. Das war ein Thema, was wir sehr häufig in den Interviews gehört haben, dass es erstmal darum ging das zu sichern was wir haben, weil es halt eben ungewiss war, wo es weiter hingeht. So und das war eben genau in dieser Schockphase das größte Thema, die Unsicherheit in irgendeiner Form zu bewältigen und die Stärke abzuschätzen, wie stark sich das Ganze auswirkt. Aber erstmal komplett auf Sicherheit zu fahren und zu überlegen was die nächsten Schritte sein können und da fiel natürlich speziell auf das Innovationsthema ein großer Gedanke. Wirklich zu gucken, wo wir innovieren, was wir machen, was wir auch mit den Ressourcen machen, sei es jetzt das Finanzielle was wir eben schon hatten, aber sei es eben auch die Personen, die Mitarbeiter und wie setzen wir das Ganze jetzt strategisch richtig ein, um einfach durch diese Zeit zu kommen, ohne genau zu wissen wie es weitergeht.

Krisengewinner und Krisenverlierer im Branchenmix

Peter von Aspern: In der Studie habt ihr ja mit über 50 Experten aus zahlreichen Branchen gesprochen. Wie siehst du das im Branchenvergleich? Ihr habt ja einen ganz spannenden Branchenmix gehabt mit Luftfahrt, Automobilbranche, Entertainment, Telcos auch dabei. Sind dir da so Muster aufgefallen zwischen diesen verschiedenen Branchen?

Sven Tollmien: Es gab immer so schön den Begriff der Krisengewinner und der Krisenverlierer. Bei den Krisenverlierern muss man nicht groß darüber sprechen, die haben wir alle gehört. Insgesamt Tourismus und Luftfahrt da waren natürlich sehr, sehr große Herausforderungen, die man auch in den Gesprächen merkte, wie man mit verschiedenen Sachen umgeht. Auf der anderen Seite Automobilhersteller, die auch durch veränderte Herausforderungen auf einmal ganz neu herangehen mussten. Entertainment und Telekommunikation, klar das waren natürlich die großen Gewinner, die da weitergehen. Spannende Interviews waren mit Health und Life Science Unternehmen. Die Interviews waren zwar ein bisschen später, ein bisschen raus aus dem Auge des Sturms, aber die sagten einfach, wir haben das letzte Quartal mit so viel Plus abgeschlossen. Die konnten dann eben schnell auch alles umschiffen, obwohl sie vorher noch nicht direkt zu 100% da drin waren. Sie konnten sehr schnell das was sie haben, umstellen, neu ausrichten und quasi dort partizipieren in diesem gesamten Prozess und das auf positiver Ebene. Das heißt, da hatte man ganz klar die großen Krisengewinner in jeglicher Form. Und das war eben auch das spannende in diesen Interviews zu erfahren, was die da machen und auch zu hören, dass sie sagen, jetzt können wir umstellen, aber trotzdem schon mal an der Stelle die Perspektive nach vorn hatten, wie es weitergeht. Also die waren sehr schnell daran orientiert, zu gucken wie es nach der Pandemie weitergeht, auch wenn man fast noch mittendrin war. Eben aber aus der positiven Situation heraus da ganz komfortabel erst einmal durchzukommen.

Sebastian Metzner: Hattest du das Gefühl gehabt, dass es eher ein Aktionismus war, der in der Situation vorherrschte oder hast du das Gefühl gehabt, dass es eher so ein planvolles Handeln in der Situation war?

Sven Tollmien: Also in der Schockphase mit Sicherheit erst einmal sehr aktionistisch geprägt. Das heißt, dass also wirklich dort ganz schnell Entscheidungen getroffen wurden, wie gesagt erstmal das Herunterfahren. Dann in den Phasen zwei und drei Adaption und Anpassung, da ging es natürlich dann eben ein bisschen planbarer weiter, dass man halt wirklich gucken konnte, was so die nächsten Schritte sind und wo man entsprechend was machen kann. Und dieser Übergang von Aktionismus zur Planbarkeit ging dann auch damit einher, dass man geguckt hat, wie man Ressourcen neu zusammensetzen, neu allokieren kann. Wo kann ich jetzt auch, wenn wir wieder auf das Thema Innovation gehen, aktuell innovieren, um kurzfristige Gewinne zu erreichen? Was kann ich jetzt machen, wie kann ich das Wissen auch einfach neu im Unternehmen zusammenbringen, um dort wirklich schnell etwas entsprechend an den Start zu bringen. Weniger aber jetzt an der Stelle die langfristige Perspektive, wie man so schön sagt Horizont 2 und 3, sondern wirklich kurzfristig da den Fokus darauf legen.

TRENDONE Innovationsklima-Studie

Innovationsklima-Studie

Wie hat sich die Pandemie im DACH-Raum auf Innovationsvorhaben ausgewirkt? Welche Folgen hat die Krise für Unternehmen und Branchen, welche Effekte spielten die größte Rolle in Bezug auf die Innovationsvorhaben? TRENDONE stellt mit der Innovationsklima-Studie die anonymisierten Ergebnisse einer qualitativen Befragung vor.

Dringlichkeit als Motor für die Innovationsaktivitäten

Peter von Aspern: Jetzt kommen wir auf konkrete Maßnahmen wirklich zu sprechen. Du hast ja schon angedeutet, dass man schon klar sagen kann, dass das Thema Dringlichkeit, das dann ja tatsächlich gegeben war, sicherlich ein starker Motor für die Innovationsaktivitäten war. Wobei du es ja eben schon angedeutet hast, da ja eher so der Fokus auf Innovationsvorhaben war, die so im Innovations-Horizont 1 vielleicht sogar liegen und auch eine unmittelbare Wirkung erzeugen und nicht so sehr die langfristigen Maßnahmen. Was waren da so deine Eindrücke welcher Art denn so die kurzfristigen Maßnahmen waren? Fallen dir denn auch so konkrete Beispiele oder Muster ein?

Sven Tollmien: Also man hat schön gehört, dass man gerade so im Bereich Business Development, Sales, Marketing gesehen hat, wie kriege ich jetzt die innovativen Köpfe auch wirklich aktiv in die Marketing Teams rein. Es wurde ganz stark auch in den Sales Bereichen CRM ganz hoch priorisiert, dass man gucken kann, wie ich jetzt die ganzen digitalen Sales gestemmt kriege. Da natürlich einfach das, was vorher persönlich, gerade im B2B Sales über Messen, persönliche Kontakte, über den Außendienst, die Vertriebler funktioniert hat, auf einmal alles nicht mehr funktioniert hat. Das heißt, ich musste auf einmal ganz schnell sehen, wenn das halt zu meinem Kern gehört, wie ich das wieder reinkriege und wie ich da die Umsätze gesichert kriege. Dementsprechend wurde wirklich geguckt, wie ich jetzt mein CRM auf das nächste Level kriege auch mit AI dahinter, um auch überhaupt erst einmal die Daten sauber zu fahren. Virtuelle Events gehörten mit dazu. Ein Unternehmen hat klar gesagt, ob sie überhaupt noch einmal richtig auf eine normale Messe gehen, ist für sie eigentlich fraglich, da es in gewissen Branchen mit massiven Kosten verbunden ist. Wohingegen jetzt digitale Events einfach eine ganz andere Möglichkeit bieten. Die haben sich selber den ganzen Bedarf und die ganze Technologie aufgebaut und gesagt auf langfristige Perspektive sehen wir eigentlich gar keine realen Messen mehr, sondern machen das generell nur noch virtuell. Ob das wirklich so ist, ist Stand vor etwas weniger als einem Jahr, wird sich dann zeigen. Aber da ging es schon wirklich sehr konkret darum, dass Marketing, Vertrieb, Sales ganz massiv nach vorne zu bringen und eben diese digitale Kundenreise sauber auch im Unternehmen abzubilden.

Peter von Aspern: Ja das ist tatsächlich spannend zu sehen welche Maßnahmen in der Richtung tatsächlich nachhaltig sein werden, also wahrscheinlich auch in diesem Jahr wird das sicherlich Bestand haben leider Gottes. Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass das auch nachhaltige Änderungen sind, die wir da gesehen haben, dass auch generell dieses Thema B2B Sales da eben auch eine Digitalisierung absolut stattgefunden hat. Man kann vielleicht auch ein bisschen sagen, dass Unternehmen schlussendlich auch ihre Hausaufgaben gemacht haben, was das Thema Digitalisierung angeht, oder?

Sven Tollmien: Definitiv die Hausaufgaben machen mussten und dieses Mal auch nicht damit um die Ecke kommen konnten, dass die Hausaufgaben der Hund gefressen hat. Das funktionierte jetzt einfach nicht. Denn nur wer da jetzt wirklich die Hausaufgaben gemacht hat, der hatte überhaupt zu dem Zeitpunkt eine Chance da auch weiter voranzukommen. Das kam ganz deutlich durch. Mein Lieblingssatz in der Studie war immer “Corona ist ein Pflug und kein Fluch” und das zeigt sich da halt auch, dass die Leute wirklich aktiv gezogen wurden weiterzumachen, Digitalisierungsthemen nach vorne zu treiben und nicht nur im Bereich arbeiten, sondern an allen Fronten.

Sebastian Metzner: Aber Sven, du sprichst schon ein sehr wichtiges Thema an, dass dieser Drang, die Sachen nach vorne zu entwickeln, zu innovieren in der Situation schon sehr, sehr ausgeprägt war. Und dass jetzt nicht eine Art Resignation eingetreten ist oder Aushalten von dem Modus Operandi, sondern dass die Leute schon angepackt haben und Dinge verändert haben. Gab es denn über die Themen hinaus auch noch langfristige Themen, Horizont 2 und 3, die fortgesetzt worden sind oder wie hat es sich mit eher mittel- und langfristigen Themen damals verhalten?

Horizont 2 und 3 - mittel- und langfristige Innovationsvorhaben

Sven Tollmien: Es kam immer ganz klar der Begriff Speedboot nach vorne, nah am Kerngeschäft. Und das, was wir so an den langfristigen Themen sehen, gab es auch deutliche Ansagen von unterschiedlichsten Unternehmen, dass gewisse Themen einfach geparkt worden sind. Das heißt, Bereich autonome Mobilität und KI-Themen wurden zum Teil erstmal hintenangestellt. Da wo man eigentlich sagt, das sind so die großen Themen aktuell, da müssen wir auf lange Sicht dranbleiben. Die wurden aufgrund dieser Kurzfristigkeit doch komplett gecuttet zum Teil. Dass man wirklich sagte, nein, da haben andere Themen Prio. Wir wissen auch nicht, wie lange, und die Frage ist, wann wir diese Themen wieder entsprechend in Angriff nehmen werden.

Sebastian Metzner: Und sag vielleicht noch mal ganz kurz was zu den Innovationsbudgets, darüber habt ihr euch ja ebenfalls unterhalten. Kann man das auch in Zahlen ausdrücken dieses Cutting?

Sven Tollmien: Ja es ist natürlich schwierig das komplett über einen Durchschnitt zu sehen. Im Schnitt waren es um die 20 Prozent die gekürzt wurden. Der eine sagt, die Kürzung, die wir im Innovationsbudget gemacht haben, ist unser Reisebudget. Das heißt, da ist alles andere eigentlich komplett so geblieben. Andere haben gesagt, wir haben es zum Teil komplett runter reduziert, also wirklich ganz massiv auf einer Skala von eins bis sieben waren es dann irgendwo bei einer sechs, wenn sieben die höchste Kürzung war. Das waren auch sehr viele und das hängt natürlich auch von den Unternehmensgrößen ab, wer sich das Ganze auch leisten konnte. Und andere haben es wiederum etwas weniger betrieben an der Stelle.

Sebastian Metzner: Aber dein Gesamteindruck war, dass die Budgets zwar reduziert wurden, jetzt aber nicht radikal runter gekürzt wurden, oder?

Sven Tollmien: Diese 20 Prozent klingen sehr wenig, da es aber viele gab, die wirklich deutlich gecuttet haben, war es aus meiner Sicht schon ein sehr großer Cut, der da stattgefunden hat.

Peter von Aspern: Es ist ja so ein bisschen dieser Begriff Innovations-Paradoxon, den man da gut beobachten kann, weil du schon gefühlt eine hohe Innovationsrate hast. Da du auch tatsächlich durch diese Digitalisierungsmaßnahmen eben auch so anfassbare Veränderungen schnell herbeigeführt hast, die sich eben stark auch nach Innovation anfühlen. Das zum Teil auch absolut sind, aber tatsächlich auch eher so in diesem Bereich der Digitalisierungs-Hausaufgaben gehören. Und die tatsächliche Innovationsarbeit, die ja eben eher so mittelfristig und langfristig funktioniert, die ist schon so ein bisschen auf der Strecke geblieben, dass muss man schon so sagen und das wird man auch sehen an diesem Boomerang, der dann noch mal zurückkommt. Noch einmal in Bezug auf Unternehmenstyp und -größe, ich glaube ein paar Familienunternehmen waren ja auch dabei. Hast du da noch mal so einen Unterschied festgestellt?

Haben sich Familienunternehmen oder inhabergeführte Unternehmen anders verhalten?

Sven Tollmien: Ich weiß nicht, ob es unbedingt anders ist, sondern die einfach ihren Weg ganz gut weiter beschreiten konnten. Man hat viel mitgenommen, dass die natürlich generell das ganze Thema Eigenkapital-Sicherung von vornherein drin haben. Das hatte ich vorher schon viel gehört und das kam eben jetzt auch wieder sehr stark rein, dass sie natürlich sagen, okay wenn ich etwas investiere, will ich auch direkt sehen was dabei rauskommt. Da denkt vielleicht an der ein oder anderen Stelle ein Familienunternehmer noch einmal kleinteiliger vielleicht und das haben die auch konsequent fortgeführt. Was aber nicht hieß, dass die gesagt haben, nein wir stoppen jetzt alles und fahren zurück. Sondern auch wirklich aktiv gesagt haben, okay wo sind meine Chancen, wo sind Möglichkeiten, wo können wir auch neu investieren und daran auch gerade Familienunternehmer durch diese pragmatische Art oder hands-on Art zu sagen da gehen wir jetzt weiter. Das kennen wir so, da waren wir vielleicht vorher auch immer ein bisschen restriktiver in der ein oder anderen Entscheidung, das ziehen wir jetzt weiter durch. Und eben dadurch auch sehr gut abgesichert an der Stelle durch das Grund-Mindset da voranzugehen.

Peter von Aspern: In der Studie waren ja auch ein paar von unseren Kunden mit dabei, mit denen wir ja gesprochen haben. Und du bist ja jetzt auch schon eine ganze Weile dabei. Würdest du sagen, dass tatsächlich vielleicht die Unternehmen, die sich auch schon länger intensiv auch mit dem Thema Trends professionell beschäftigt haben, dass die da so einen kleinen Vorteil hatten, dass die besser das Ausmaß der Veränderungen erfassen konnten?

Sven Tollmien: Es war wirklich ein generelles Meinungsbild, ganz operativ auch, dass die Unternehmen, die gesagt haben, wir wissen eigentlich wo unsere Handlungsfelder sind, wir kennen die Zukunft, wir haben unseren Plan, deutlich besser sich positioniert haben oder selber gesagt haben, dass sie gut aufgestellt sind für das Thema. Das heißt, die ganzen strategischen Suchfelder, Trends zu beobachten. Klar, so eine Pandemie kann man jetzt nicht direkt aus Trends ablesen als solches, das ist eben die Herausforderung. Aber generell diesen ganzen Umgang. Weil viele Themen, die sich dadurch entwickeln mussten, waren ja vorher bekannt. Und die waren halt eben bei vielen wirklich schon auf der Agenda drauf. Gerade diese Fokussierung in verschiedensten Bereichen haben die, die es gemacht haben wirklich durch die Bank gesagt, das hat uns geholfen jetzt auch für die Zukunft die richtigen Innovationsaktivitäten herauszusuchen und die richtige Stoßrichtung festzulegen. Und die, die gesagt haben, wir wussten eigentlich auch vorher nicht so richtig, wo es langgeht, macht es jetzt natürlich noch umso schwerer da auch den richtigen Schritt weiterzugehen.

Vorteil systematisches Trendmanagement

Peter von Aspern: Also kann man schon sagen, dass natürlich die professionelle Arbeit mit Trends, also auch ein gutes Trendmanagement zu haben, hilft dir nicht die Pandemie vorher schon aufkommen zu sehen, aber du weißt dann einfach schneller was zu tun ist, weil du die Themen halt schon auf dem Schirm hattest.

Sven Tollmien: Exakt genau, also dass ich sowohl die Themen als solches auf dem Zettel habe, aber auch die Themen, die jetzt nicht direkt die Pandemie betreffen, einfach einen klaren Fokus habe und weiß was die richtigen Felder sind, das ist essentiell. Und gerade in der Zeit haben das eben viele Unternehmen gemerkt und uns auch ganz deutlich widergespiegelt, dass dieser Fokus uns hilft, sauber durchzusteuern. Und zeigt uns jetzt noch mal umso mehr, wo es dann nochmal potenziert wird die Situation, wie relevant das Thema einfach ist oder welche Themen generell relevant sind für mich als Unternehmen, wo ich den Innovationsfokus drauf setzen soll.

Sebastian Metzner: Das hört sich aber insgesamt vom Innovationsklima her gedacht doch sehr, sehr positiv an. Wie ist denn so deine Gesamtschau auf das Thema? Hast du nach den Interviews zusammengefasst einen positiven Eindruck vom Innovationsklima oder war es eher so, dass du gedacht hast, hier kommen schwierige Zeiten auf Unternehmen und uns zu?

Sven Tollmien: Also die Gesamtschau war zu dem Zeitpunkt der Interviews, also als man quasi noch mittendrin steckte noch sehr gemischt. Aufgrund der Unsicherheit, wie es weitergeht, wie die Unternehmen gerade in der zweiten Jahreshälfte mit dem Thema umgehen, was auf lange Sicht ist und wie sich das entwickelt. Nachher merkte man schon so ein bisschen, auch wenn man die Entwicklung gesehen hat, es verbessert sich etwas. Jetzt zu Beginn, wo wir ja immer noch mittendrin stecken, ist die Situation vom Markt her relativ gut, man kriegt also gutes Feedback, dass die Innovationen voran gehen. Was man aber deutlich in den Interviews gemerkt hat, ist trotzdem noch diese ganzheitliche Unsicherheit oder dieses Erkennen, wie wir sowohl im globalen Vergleich sind. Wir haben uns ja wie gesagt die DACH-Region angeschaut. Aber auch für die Unternehmen als solches, wo wir in Zukunft Innovationsführer sind, wo es weiter hingeht, hat es uns jetzt stark gebremst, kommen wir da weiter mit den Themen. Das war also auch mein Gefühl noch so ein bisschen diese Unsicherheit widerspiegelt, wie stehen wir da wirklich im ganzheitlichen Wettbewerb da. Das wird also noch mal eine ganz spannende Entwicklung, weil alle ja gesagt haben, als wir Oktober, November noch mal mit ein paar Unternehmen aus den Interviews gesprochen haben, dass die sagten das sieht ja jetzt alles gut aus, es geht den richtigen Weg und die Pandemie, ob das dann alles noch ab Januar oder im Q1 noch so relevant ist. Wir sehen, es ist noch relevant wie je zuvor und wird uns auch noch längerfristig begleiten. Das heißt, diese Unsicherheit ist da, aber das ist halt eben das Schöne, man merkt jetzt, dass die Unternehmen doch sehr gut gelernt haben aus dieser Zeit und weiterkommen, ihre Hausaufgaben zum Großteil alle gemacht haben. Und dass es wirklich darum geht, dranzubleiben und nicht den Fuß wieder vom Gas zu nehmen, sondern wirklich beizubehalten.

Unterschiede im Innovationsklima DACH-Region - USA und China

Peter von Aspern: Du hast eben gerade schon angedeutet, dass ihr euch tatsächlich Ende letzten Jahres auch nochmal mit internationalen Unternehmen beschäftigt habt. Stichwort war ja glaube ich da USA und China, da habt ihr ja auch noch einmal mit Innovationsexperten aus diesen Regionen gesprochen. Was euch auch noch einmal ermöglicht hat einen ganz interessanten Vergleich zu ziehen, wie sich das Innovationsklima in China und in den USA von dem Innovationsklima in der DACH-Region unterscheidet. Was waren denn da so deine Key Findings aus diesem Vergleich?

Sven Tollmien: Ja vielleicht erst einmal vorweg, warum wir das auch gemacht haben. Weil das halt auch in der ersten Studie ganz deutlich bei rauskam, dass die Unternehmen gesagt haben, also auch die, die gesagt haben wir sind gut aufgestellt, wir sehen, dass wir da gut weiterkommen. Aber wenn ich jetzt den globalen Vergleich ziehe, wie stehen wir zu China, wie stehen wir auch zu den USA, was passiert da. Da herrschte eine sehr sehr große Unsicherheit, weil wir natürlich gesehen haben, dass da schon die Märkte zum Teil weitergehen. Und das hat uns dazu veranlasst … #00:26:08# noch mal zu gucken wie denn das Stimmungsbild dort ist. Wir haben da also keine komplette Studie, sondern wirklich so ein Stimmungsbild abgeholt mit unterschiedlichsten Unternehmen, Startups, großen Unternehmen. Also wirklich durch die Bank weg einfach mal gesprochen wie steht es dort. Und die Länder auch dort wieder sehr unterschiedlich. USA, die natürlich zu der Zeit als wir mit denen gesprochen haben, nicht nur durch die Pandemie, sondern natürlich auch durch die Wahlen sehr stark von Unsicherheit geprägt waren, also da kamen sehr, sehr viel zusammen, wo aber auch wieder spannende Erkenntnisse waren, was die Innovation betrifft. Das natürlich immer noch ein sehr hoher Stellenwert ist und die größte Sorge aus unseren ersten Interviews war natürlich China, wie geben die Gas. Verliert Deutschland jetzt massiv gegenüber China im Innovationswettkampf? Und das haben wir eben noch einmal nachgefragt und jetzt nicht wie es wirklich ist, sondern wie die Chinesen das auch sehen. Und man muss einfach sagen, dass die Chinesen massiv Gas gegeben haben und sich selber, das kann man auch am Mindset sehr stark heraushören, als die globalen Innovationsführer am Markt sehen.

Peter von Aspern: Das heißt quasi, dass man auch sagen kann, dass diese eher Horizont 3  lastigen Themen vielleicht wie künstliche Intelligenz, 5G, E-Mobility, Biotech und so weiter, also auch eher diese forschungslastigen, langfristigen Innovationen, dass die dann, wenn ich das richtig verstehe, in China schon massiv weiter vorangetrieben worden?

Sven Tollmien: Die haben keine Pause gemacht. Klar, eine kurze Pause gab es schon irgendwie, aber die haben halt auch gerade im Zusammenhang mit der Regierung, die da natürlich auch sehr stark mit reinwirkt, das Thema pusht, was hierzulande wirklich auch als Kritik geäußert wurde, ging es dort halt massiv weiter. Die einzelnen großen Unternehmen sind mit den Innovationsbudgets definitiv nicht runtergegangen, sondern haben sie eher aufgestockt. Die Startups haben eine ganz starke Positionierung erhalten und es wurde wirklich alles ganz schnell auf einen Innovations-Neustart ausgerichtet. Und die haben eben das, was ich vorhin sagte “Corona ist ein Pflug, kein Fluch” wirklich massiv genutzt und gesagt das ist unser Treiber, jetzt geht es los, jetzt wollen wir was machen. Sie sehen sich wie gesagt als Innovator Nummer eins auf diesen gesamten Themen, die du eben genannt hast, Peter, E-Mobility, forschungslastig, wirklich weiter nach vorne gehen.

TRENDONE How-to-manage-Trends-Workshop

Workshop zum Trendmanagement

Wie ihr wirksames Trendmanagement in eurem Unternehmen aufbaut, das können wir in unserem neuen Einstiegsformat gemeinsam erarbeiten. Der How-to-manage-Trendworkshop ist ein kompakter halbtägiger Workshop.

  • Im ersten Schritt analysieren wir den Ist-Zustand und den Reifegrad
  • Im zweiten Schritt erarbeiten wir die relevantesten Trends inklusive Übertrag in euer Trendradar
  • Und im dritten Schritt prüfen wir die Übersetzung der Trends in Innovationsfelder und den Transfer in die Innovationsstrategie

Erfolgsfaktoren Innovationstempo und Innovation Mindset

Sebastian Metzner: Was sind die Erfolgsfaktoren? Denn Deutschland hat ja in der Situation nicht die Arme in den Schoß gelegt und abgewartet, sondern du hast vorhin den Pragmatismus angesprochen, mit dem es auch hier vorwärts ging. Aber gefühlt ging es in China noch krasser vorwärts. Was sind da die Erfolgsfaktoren, dass sich da so eine große Lücke deiner Meinung nach auftut?

Sven Tollmien: Also das ist im Prinzip das, was ich eben auch schon sagte, diese Zusammenarbeit gerade im politischen Bereich, dass die halt eben mit der Regierung sehr eng auch die Langfristplanung schon im Vorfeld durchgeführt und klare Fokusthemen festgelegt haben und da also auch stärker zusammengewachsen sind an dem Thema. Was hierzulande aber auch eben Österreich, Schweiz zum Teil kritisiert wurde, dass es dort eben nicht diesen einheitlichen Weg gibt. Das ist halt eben in China wirklich unter einer Linie ein Weg, den gehen wir jetzt gemeinsam, die Themen sind festgelegt und da arbeitet jeder an einem Strang. Sei es jetzt irgendwelche Standardisierungsthemen oder sonstige technologische Entwicklungen, Fördergelder, Startups. Da wurde wirklich einheitlich massiv nach vorne gepusht. Das was hier aus Sicht der Unternehmer, der Interviewpartner halt nicht so in dem Maße durchgeführt wurde.

Peter von Aspern: Und stereotypisch war es ja immer schon so, dass du in den USA immer schon so einen sehr starken Fokus auch auf den Go-to-market hattest. Dass man immer stark darauf fokussiert war, dass Innovation wirklich auch schnell an den Markt gebracht werden soll und dann eben auch als profitables neues Business-Modell funktionieren sollen. In Deutschland hast du ja eher so diese ingenieursgetriebenen Innovations-Mindsets jetzt im klassischen Sinne. Dass du eben sagst, du versuchst eine technisch optimale Lösung zu entwickeln, Zeit spielt keine Rolle und ob man damit eines Tages Geld verdient, ist eigentlich auch fast egal, so übertrieben gesagt. Wo würdest du da die Chinesen verordnen? Wie sind die denn so drauf?

Sven Tollmien: Also es kam aus beiden Ländern immer stärker dieses Time-to-Value, dieses Werte schaffen. Dass ich da eben nicht mehr diese langen Zeiten hinter mir habe, dann schnell das Produkt an den Markt bringe, aber dass der Kunde da auch den Mehrwert sieht, dass es genutzt wird. Und das lässt sich eigentlich bei beiden Ländern, sowohl Amerika als eben auch China ganz gut zusammenfassen, dieses Time-to-Value, Geschwindigkeit hat dann noch mal einen ganz neuen Stellenwert bekommen. Gerade eben auch in den USA hat man das gesehen, dass dort neue Sachen ausprobiert worden sind, die aber immer klar darauf abzielten den Mehrwert zu liefern, weil es anders in der Zeit in der Pandemie nicht funktionierte. Das hat man in den Logistikbereichen gesehen, die ohne Ende geboomt haben. Food Delivery et cetera, da ist also so viel passiert. Und die Chinesen sehen eben auch, wenn wir etwas entwickeln, wie bringe ich das dann nicht nur schnell an den Markt, sondern wie schaffe ich auch schnell den Wert, dass der Kunde das auch dort annimmt.

Sebastian Metzner: Spielen die großen Tech-Konzerne in China dabei eine Rolle bei dem Innovationstempo? Also Tencent, Alibaba, Beido, Huawei, haben die einen Einfluss darauf, dass es dort wesentlich schneller vorwärts geht?

Sven Tollmien: Naja die haben natürlich die großen Budgets gehabt und da auch massiv eben gepusht an diesem Thema. Und wenn die ihre Budgets nicht kappen, sondern eher noch nach vorne bringen und aufstocken und die Startups mitziehen, dann sind die natürlich große Treiber dahinter. Und das fokussiert sich dort halt eben auf diese wenigen erstmal im ersten Schritt, aber es kommen natürlich auch viele nach, die sich neu entwickeln. Aber klar, wenn die Großen nach vorne gehen, zieht der Rest des Marktes entsprechend mit.

Sebastian Metzner: Vorbildfunktion ist ganz, ganz stark da, na klar. Die Frage ist ja schon auch, wie die Tech-Konzerne in de USA jetzt in der Krise agiert haben. Ist es jetzt nicht so groß die Vorreiterrolle gewesen. Klar, gerade Amazon hat wahnsinnige Rekordgewinne jetzt eingefahren. Google, Facebook ebenfalls stark gewonnen in der Krise jetzt. Aber da ist für mich ein bisschen auch die offene Frage, welche Bedeutung die Großkonzerne dabei einnehmen, das Innovationstempo noch weiter vorwärtszupushen.

Sven Tollmien: Vielleicht da noch mal eine kurze Ergänzung, weil du gerade die Unternehmen in Amerika genannt hast. Diese Vorreiterrolle, die haben sie natürlich nach wie vor, die sind natürlich noch weiter dabei. Aber was eben hier sehr spannend als Rückmeldung kam, ist, dass gerade was die Digitalisierung, den digitalen Arbeitsplatz und so weiter noch stärker vorangetrieben haben. Weil gibt ja Unternehmen gibt, die gleich gesagt haben oder fast als die Krise losging oder kurz danach, Home-Office bis Ende 2021, teilweise 2022. Die also wirklich schauen und sagen wir müssen auch anders darauf reagieren auf diese Themen. Die nehmen also auch hier an der ein oder anderen Stelle eine andere Vorreiterrolle vielleicht ein, wie es eben auch funktionieren kann, wie man auch umgeht. Nicht nur das kurzfristige Testen, das hat man ja hier auch gehört 30.06. war ja damals immer das Stichdatum, wenn alle wieder ins Office zurückkommen sollen. Da wird da oben gleich von abgesehen. Das ist so in Amerika eine ganz andere Denkweise und die kam auch an vielerlei Stelle sehr deutlich rüber.

Internationalisierung von Innovationsaktivitäten

Peter von Aspern: Jetzt haben wir hier einen ganz spannenden Punkt, denn du hast es gerade angesprochen das Thema Home-Office und auch die digitale Vernetzung von Teams einfach auch im Unternehmen. Und da schätze ich ja dann auch konsequenterweise mittelfristig die Folge, inwieweit du da auch die Internationalisierung von Innovationsaktivitäten hast. Also ob dann möglicherweise auch diese Lokalität, also ob du jetzt ein Unternehmen in Deutschland bist oder in den USA, wie groß diese Bedeutung da noch ist. Denn du kannst natürlich jetzt auch viel leichter als zuvor auch internationale Innovationsteams aufbauen und dich vielleicht noch besser mit Talenten aus Innovations-Hotspots connecten. Da hatten wir ja im letzten Podcast mit Mark Thom auch sehr viel darüber gesprochen. Früher war das ja immer sehr lokal geprägt, dass es einfach vor Ort diese Netzwerke gab, im Silicon Valley, in Tel-Aviv und diesen ganzen bekannten Orten. Und das wäre auch noch einmal spannend zu sehen, ob jetzt diese Bedeutung, wo du dich eigentlich wirklich physisch aufhältst, eher nicht mehr so groß ist und ob das nicht auch eine Chance für Unternehmen aus Deutschland ist, da auch ihre Innovationsaktivitäten so ein Stück weit zu internationalisieren.

Sven Tollmien: Definitiv. Wir hatten zum Beispiel einem Interviewpartner, der halt international ist, sehr unterschiedliche Kunden hat, was ja immer der Klassiker ist, in Europa hier und da durch die Gegend fliegt. Der jetzt einfach sagt, es ist ein wesentlich einfacherer Prozess alle zusammen zu bringen und virtuell dort auch entsprechend neue Aktivitäten zu starten, Startups mit einzubinden und da wirklich diese Vorzüge des digitalen Zusammenkommens entsprechend auch zu nutzen. Jetzt ist natürlich die Frage wie lange sich sowas weiter zieht, ob das, das hatten wir ja vorhin schon, auch die Langfristperspektive ist. Und auf der anderen Seite gerade auch bei Interviews in der DACH-Region kam halt dieser War-for-Talents jetzt auch immer stärker mit rein. Ein Unternehmen sagte, wir hatten bis vor der Pandemie eigentlich ein Einstellungsstopp gehabt, weil wir gar nicht den Platz und keine Büros dort zur Verfügung hatten. Jetzt fangen wir gerade an alle Ausschreibungen wieder hochzufahren, weil wir die Leute brauchen, aber den Platz nicht. Und wir haben da also wirklich auch interessanterweise recht zu Beginn der Pandemie wirklich dort die Aktivitäten in diese Richtung gelenkt und gesagt haben, wir wollen die Talente haben egal, wo sie sitzen und ob der eine nun irgendwo in Polen sitzt und entsprechend zugeschaltet wird oder in San Francisco oder sonstwo, das ist egal. Klar erfordert das natürlich noch einmal ganz neue Anforderungen, Onboarding und sonstige Themen. Aber dieser War-for-Talents ist da natürlich noch mal auf eine ganz neue Ebene gekommen, weil es eben nicht mehr um Lokalität geht und wer das tollste Office hat und sonstige Sachen, sondern wer wirklich zum Unternehmen steht.

Wird Innovation zukünftig auch zunehmend dezentraler funktionieren?

Peter von Aspern: Ja absolut, das geht natürlich auch andersherum. Also aus Sicht der Arbeitnehmer oder der Talents sozusagen, ist es ja tatsächlich auch so, dass Arbeitgeber eben auch ein Stück weit austauschbarer werden, weil du eben nicht mehr diesen Ort hast, an dem du vielleicht gebunden bist und diesen sozialen Kitt, den man durch den Smalltalk an der Kaffeemaschine hat. Da glaube ich, ist es noch mal eine riesige Herausforderung tatsächlich für Unternehmen, dass der War-of-Talents sich da sicher noch einmal verschärfen wird. Wir sind gerade schon dabei, so ein bisschen die Kurve zu nehmen in den Ausblick auf das Jahr 2021, welche nachhaltigen Entwicklung wir so sehen und was man auch aus diesem Innovationsklima für das aktuelle Jahr ableiten kann. Meine erste Frage wäre da noch mal, weil es sich ganz gut an das Homeoffice Thema anschließt, wie zukünftig eigentlich Innovation in Unternehmen funktioniert? Wir haben ja aktuell die Situation, dass viele Unternehmen Innovationsteams haben, also wirklich so dedizierte Gruppen oder eben auch crossfunktionale Teams, die sich explizit mit diesem Thema Innovation beschäftigen. Und die Frage, die wir auch schon in anderen Podcast-Folgen hatten, ist, ob man nicht zukünftig auch erwarten kann, dass Innovation zunehmend auch dezentraler funktioniert? Dass du eben gar nicht mehr so diese fixen Teams hast, sondern dass Innovation eine Aufgabe sein wird, die eben von vielen verschiedenen Teams innerhalb der Produktentwicklung, im Marketing oder im Vertrieb mit übernommen wird, aber gar nicht mehr so sehr an fixen Köpfen sozusagen dran hängt. Wie siehst du das?

Sven Tollmien: Ich glaube und hoffe, dass es in die Richtung geht, weil wir auch viel die Rückmeldung hatten, dass halt eben gerade in der Zeit Ressourcen neu zusammengesetzt worden sind. Das heißt, Innovationsmitarbeiter saßen im Vertrieb mit drin, RND Mitarbeiter wurden auf einmal in andere Bereiche rübergebracht, um einfach ihr Wissen dort zu teilen. Und die Unternehmen haben auf einmal gemerkt, was sie eigentlich noch für zusätzliche Kompetenzen, gerade diese crossfunktionalen Kompetenzen eigentlich haben. Das ist natürlich ein schöner Ausblick, wenn sich sowas auch weiterentwickelt, dass man eben über die Grenzen hinweg denkt. Und Grenzen meine ich jetzt in dem Sinne erstmal im Unternehmen, die Bereichsgrenzen. Dass man sagt, super da kann man mit dem und wer kann uns dort helfen. Und eben, wie du sagst das Thema vorsteht und nicht die Personen, die dahinter stehen. Und zumindest von dem was wir gehört haben, stehen die Signale dafür sehr gut und ich glaube auch, dass es so weitergehen wird, dass diese Erkenntnisse sich über die Zeit noch verstärken.

Sebastian Metzner: Neben dem Thema dezentrales Innovationsmanagement was Peter angesprochen hat, gibt es noch weitere Bereiche, die vielleicht noch wichtig werden jetzt im Ausblick auf 2021 und nach der zweiten Welle?

Sven Tollmien: Ich glaube über dieses Crossfunktionale ist das Eine. Ich glaube das nächste Thema ist Cross-Unternehmen, wo wir wirklich über die Unternehmensgrenzen hinweg gemeinsam Themen vorantreiben. Dass was man ja vor der Pandemie hatte, wo sich verschiedene Allianzen geschlossen haben, die dann aufgrund der thematischen Ausrichtung erstmal wieder zurückgefahren wurden. Also das ganze Partner-Thema ist sehr stark noch mal fokussiert worden. Und da wird mit Sicherheit für die Zukunft ein klar strukturiertes Partnermanagement ganz wichtig sein, dass aus unterschiedlichsten Bereichen zusammenkommt und eben nicht nur die eigenen Unternehmensperspektive vertritt, sondern eher eine ganzheitliche Sichtweise nach vorne bringt.

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Das Paradigma der Open Innovation gewinnt weiter an Gewicht

Sebastian Metzner: Die Offenheit wird zunehmen. So ein bisschen das Paradigma der Open Innovation, sagst du, wird zunehmen und Closed Innovation wird abnehmen, kann man das so zusammenfassen?

Sven Tollmien: Das kann man so zusammenfassen. Closed ist, wer nur in seinem eigenen Shop arbeitet und nicht nur andere Unternehmen und auch eben Trends und so weiter nicht betrachtet und sich nur auf sein Wissen fokussiert und der wird es schwer haben. Man muss halt wirklich den Blick nach außen öffnen in alle Richtung, das zusammenfassen, das zusammenbringen, dann wird man da auch erfolgreich sein.

Sebastian Metzner: Und wenn du ein bisschen schaust Sven, du hast vorhin gesagt durch die Digitalisierung wird wahrscheinlich auch der Wettbewerb stark zunehmen. Verändert sich dadurch auch noch mal das Innovationsklima oder die Bedeutung der Innovation insgesamt?

Sven Tollmien: Also auf jeden Fall im internationalen Vergleich, aber natürlich auch hierzulande. Das heißt, man muss schauen welche neuen Lösungen, welche Möglichkeiten. Die Kunden haben sich verändert, die Kundenanforderung haben sich stark verändert. Das heißt, dass nicht nur die Unternehmen dem Thema Innovation neu aufgestellt sind gegenüber, sondern fast jeder auf der Straße hat irgendwo Veränderung bei sich selbst gemerkt. Das Thema Digitalisierung ist da angekommen. Und das wird natürlich für die Zukunft ein enorm wichtiges Thema sein darauf richtig zu reagieren, das und Probleme noch besser erkennen zu können und die entsprechenden Lösung dort auch anzubieten. Das heißt, Innovation wird ein noch größerer und relevanter Treiber für zukünftige Entwicklungen von Unternehmen und auch von den Märkten, aber eben auch von den Menschen draußen.

Peter von Aspern: Du hast ja eben auch schon gesagt, dass generell die Bedeutung für Innovation steigt. Ein Treiber ist da sicherlich auch, dass Unternehmen zukünftig besser in der Lage sein müssen, schneller auf neue Umstände zu reagieren. Wie jetzt eben beispielsweise eine Pandemie oder auch andere, vielleicht auch eher technologische Entwicklungen, die Unternehmen eben treiben und zu Veränderungen zwingen. Glaubst du, dass das Thema Wirksamkeit von Innovationen auch noch mal die Art und Weise verändern wird, wie du das Thema angehst? Du hast ja gesagt, für einige Unternehmen war es ja immer gefühlt so ein, ich will jetzt nicht sagen nice-to-have-Thema, aber es war schon so ein Thema, was man sich nicht so erlaubt hat das zu machen. Man hat sich das sozusagen geleistet Innovationsteams zu haben mit lustigen, fancy bunten Büros und so. Das hast du ja eben auch schon angedeutet in deinen Ausführungen, dass sich das sehr stark wandelt, massiv professionalisiert wird und auch dieser Fokus auf Wirkung zunimmt. Was denkst du, was daraus für die Innovationsarbeit resultiert, wenn Wirkung zukünftig wesentlich wichtiger sein wird?

Fokus Wirksamkeit von Innovationsarbeit

Sven Tollmien: Erst einmal, dass die Messbarkeit noch mal stärker in den Fokus rückt und dann natürlich auch, das, was dabei rauskommt. Man sagt immer so schön, man kann viel ausprobieren und spielen. Das ist auch nach wie vor wichtig und wird auch ein ganz elementarer Punkt bleiben. Aber es muss auch was konkret dabei rauskommen. Ein Beispiel aus zwei, drei Interviews in den USA kam sehr deutlich hervor, dass die gesagt haben die Spielzeit mit Innovationen ist vorbei. Und das bahnte sich auch schon vor Corona an in den USA und während Corona natürlich nochmal massiver, dass sie gesagt haben, jetzt müssen wir auch die konkreten Ergebnisse und Ergebnisse in Form von Wirkung erzielen. Also nicht ohne Grund das Thema was wir vorhin auch hatten Time-to-Value. Das heißt, die Unternehmen müssen sich wirklich ganz klar bewusst sein, wofür machen wir das, was wollen wir rausbekommen, was ist das Ziel, welche Wirkung wollen wir da entsprechend mit erzeugen. Es ist ja schon in einigen Teilen auch in Deutschland angekommen, aber das Thema muss natürlich noch massiv weiter nach vorne gebracht werden. Dass wirklich hier die Messbarkeit und eben auch im Vorfeld überhaupt, was heißt Messbarkeit, was will ich messen, was heißt Wirkung meiner Innovation eigentlich. Und nicht um einfach die Innovation an den Markt zu bringen, das ist toll. Aber um wirklich hier was zu bewirken mit dem ganzen Thema.

Peter von Aspern: Das Thema Messbarkeit hattest du eben schon angesprochen, das sind natürlich Aspekte, die stark im Bereich Umsetzung von Innovationen eine große Rolle spielen. Dass du einfach Sachen gut executest, Sachen vernünftig an den Markt bringst, erfolgreich iterierst und da eben erfolgreich bist. Aber es hat ja auch Auswirkungen auf das Frontend von Innovationen, also die Themen, die darin liegen, dass du in der Lage bist, neue Themen aufzuspüren, dass du einen guten Überblick über die Trends hast, die relevant sind und das eben in Innovationsfelder beispielsweise überführen kannst. Hast du da auch Rückmeldungen im Rahmen der Interviews gehabt, dass dieses Thema auch vermehrt angegangen wird?

Sven Tollmien: Diese Erkenntnis eben nicht nur hinten raus alles sauber zu machen, sondern je besser ich vorbereitet bin eben im Frontend, umso besser und gezielter kann ich hinten auch arbeiten. Dann sind die strategischen Suchfelder das essentielle Thema, um wirklich zu sagen, hier innoviere ich jetzt und dann auch richtig. Und diese Ansicht hat sich halt eben aufgeteilt. Es ist nicht nur das, was im zweiten oder im eigentlichen Innovationsmanagement, im Innovationsprozess stattfindet. Sondern je besser ich das Ganze vorbereiten kann, wie du schon sagtest, die Trends kenne. Aber nicht nur die Trends kenne, sondern auch weiß, was sie eigentlich bedeuten für mein Unternehmen, wie auch meine Handlungsoption da drin sind, was auch die konkreten Handlungsfelder und Innovationsfelder sind. Umso besser kann ich das hinten raus steuern und sicherer steuern. Und die Erkenntnis kam eben schon zu der Zeit als wir die Interviews geführt haben, wir haben auch noch so ein paar Nachgespräche geführt und da wurde das Ganze noch mal massiv bestärkt, dass die Erkenntnis da ist, dass dieses Thema einfach wichtig ist.

Sebastian Metzner: Also einen vernünftigen, durchlässigen Prozess zu haben, der verschiedene Phasen abbildet, der alle im Unternehmen mitnimmt, das ist so ein bisschen das was du sagst. Hat sich denn, um zum Abschluss wieder ein bisschen langfristiger zu denken, die Perspektive der Unternehmen jetzt auf kurzfristige Themen auch in 2021 reduziert oder glaubst du, dass insgesamt wieder die fernere Zukunft eine größere Rolle spielt? Also auch die Horizont zwei, drei Themen wieder stärker mitgenommen werden?

Sven Tollmien: Also gefühlt sind es erstmal die Horizont zwei Themen. Ich glaube jetzt in der jetzigen Zeit schon an ganz weite Perspektiven zu denken, ist zum Teil noch recht schwierig. Man merkt aber schon, dass eben die Mittelfrist-Perspektive deutlich relevanter wird. Dass es wieder darum geht auch größer zu denken und nicht eben die kleinen Speedboote nur einzufahren, sondern auch die längerfristigen Entwicklungen im Blick zu behalten. Das merkt man jetzt schon, wenn man in die Märkte reinschaut. Natürlich kommen an vielerlei Stellen auch wieder die großen Langfrist-Themen, die uns begleiten wieder in die Medien rein. Man hört viel dazu, es entwickeln sich neue Themen. Aber ich glaube der Fokus, jetzt so 2021/2022 wird erst einmal wieder der sukzessive Aufbau sein, das Thema sauber nach vorne zu bringen eben mit den Erfahrungen, die ich im letzten Jahr gemacht habe. Denn es ist ja nicht de facto alles schlecht an Erfahrungen, sondern Erfahrungen, Learnings sind wichtig und die gilt es jetzt entsprechend weiterzubringen. Eben von den Kurzfrist-Innovationen in die Mittelfrist-Innovationen, um da einfach das Ganze nochmal gezielter aufzubauen.

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