Digitales Innovationsmanagement - Teil 2

Im zweiten Teil der Doppelfolge zum Aufbau eines digitalen Innovationsmanagements stehen die Erfolgskriterien für eine optimale Implementierung von Innovationstools im Vordergrund. Wir geben Innovationsmanager:innen ein konkretes Modell mit den drei Phasen Scoping, Setup und Rollout an die Hand.

  • Die Implementierung eines digitalen Innovationsmanagements
  • Content für einen starken Anfang
  • Die drei Phasen der konkreten Implementierung
  • Was muss man für die Scoping Phase beachten?
  • Die erfolgsentscheidende Setup Phase
  • Die Rollout Phase

Peter von Aspern
Director Trend Services, TRENDONE Hamburg

Sebastian Metzner
Chief Strategy Officer, TRENDONE Berlin

TRENDONE Podcast "Innovation geht anders" #10 Digitales Innovationsmanagement - Teil 2

Digitales Innovationsmanagement meint ein Ökosystem, nicht nur ein Tool. Es braucht gute Inhalte, eine relevante Nutzeranzahl und Ressourcen, um das Thema zu treiben.

Transkription Podcast-Episode #10 Digitales Innovationsmanagement - Teil 2 vom 07.10.2020 | 48 Min.

Sebastian Metzner: Im zweiten Teil unserer Doppelfolge befassen wir uns erneut mit der Herausforderung, ein digitales Innovationsmanagement aufzubauen. Im Mittelpunkt steht: Was sollten Innovationsmanager bei der Implementierung von Innovationstools beachten? Dazu haben wir euch weitere vier Erfolgsfaktoren zusammengestellt. Denn die Einführung digitaler Lösungen ist immer ein sehr kritischer Moment. Fehler sind hier im Nachhinein nur sehr teuer und zeitaufwendig zu korrigieren. Im zweiten Teil der Folge stellen wir euch dazu unser drei Phasen Modell vor. Vom Scoping über das Setup bis hin zum Rollout, nennen wir euch die Schwerpunkte in der Implementierung. Anhand von konkreten Praxisbeispielen erfahrt ihr, wie Unternehmen dabei vorgegangen sind und Innovationstools erfolgreich eingeführt haben. Also mitten rein in Folge 10! Hallo Peter, herzliche Grüße nach Hamburg.

Peter von Aspern: Ja, Sebastian, Grüße nach Berlin.

Sebastian Metzner: Wir setzen unsere Doppelfolge fort. Deswegen sind wir heute Abend hier. Wir hatten ja im ersten Teil zum Thema digitalen Innovationsmanagement in der vergangenen Folge begonnen, euch ein Stück weit den Markt Überblick zu geben, aber auch Erfolgsfaktoren zu nennen. Peter, lass uns mal kurz einsteigen in das Thema. Was steht für heute auf der Agenda?
Peter von Aspern: Ja, genau. Also heute geht es darum, Was sind eigentlich die vier wichtigsten Erfolgsfaktoren, um erfolgreich ein digitales Innovationsmanagement zu implementieren und eben auch wirklich zum Fliegen zu bringen? Und wie könnte eigentlich so eine Einführungsphase idealerweise aussehen? Das ist so der Schwerpunkt der heutigen Folge, des zweiten Teils unserer Doppelfolge. Im letzten Teil ging es ja darum, wie ich eigentlich so ein Projekt vernünftig aufsetze, wie ich die die Zielstellung sauber herleite, wie ich auch Tools auswähle und was überhaupt so relevante Tools sind am Markt. Darüber haben wir ja in der ersten Folge gesprochen. Und heute, wie gesagt geht's eher so um den Fokus Implementierung.

Die Implementierung eines digitalen Innovationsmanagements

Sebastian Metzner: Für alle nochmal den Tipp: Falls ihr unsere erste Folge nicht gehört habt, hört gern nochmal in die letzte Folge rein. Dort legen wir so ein Stück weit die Grundlage, machen euch vertraut mit dem Thema. Denn gerade in den Zeiten nach der Covid 19 Krise ist die Digitalisierung gerade auch von Innovationsprozesse denke ich ein sehr, sehr wichtiges Thema. Darauf gehen wir schon ein Stück weit in der ersten Folge ein. Und ja, im Kern stehen diese acht Erfolgsfaktoren, die wir euch ein bisschen mit auf den Weg geben wollen, die wir aus den letzten 10 /15 Jahren Innovationsberatung sehr, sehr stark mitgenommen haben, selbst Tools entwickelt haben. Und da würden wir euch einfach so die Erfahrungswerte von uns mitgeben, denn diese zu besitzen ist für uns sehr, sehr wertvoll. Dann lass uns doch direkt einsteigen mit den weiteren vier Erfolgsfaktoren. Den ersten hattest du überschrieben mit der Überschrift Tools und Content, bitte immer zusammendenken. Schieß mal los. Worum geht's?

Peter von Aspern: Ja genau. Also es geht eben darum, dass je nachdem in welchem Bereich ich unterwegs bin, ob ich jetzt vorne im Trendmanagement unterwegs bin oder mich auch schon vorgearbeitet habe in das Ideenmanagement. Für eine gute Lösung ist das Zusammenspiel mit dem Tool, also der IT-Lösung, und den Inhalten immer entscheidend und sie müssen meistens eben von vornherein auch zusammengelegt. Es ist nicht gut zu sagen, wir suchen jetzt erstmal ein Tool und dann haben wir irgendwie dieses Tool, was ja immer auch eine gewisse Arbeitsweise und auch gewisse Inhaltsformate irgendwie ja entweder vorschreibt oder irgendwo erwartet. Und unter Umständen passen dann diese Vorgaben des Tools gar nicht zu den Inhalten, die man normalerweise vielleicht im Unternehmen bearbeitet. Und das ist deshalb sehr wichtig, das von vornherein mitzudenken. Das kann auch z.B. sich um Trends handeln. Also in welchem Format werden eigentlich im Unternehmen Trends ausgearbeitet? Das sind einfach die internen Kunden, die Stakeholder auch so gewohnt. Und das sollte man eben von vornherein mitdenken. Vor allem aber auch natürlich die Frage, wo denn diese Inhalte überhaupt herkommen. Also nichts ist schlimmer als ein leeres Tool, das dann mit großem Trara und Sektempfang mit Häppchen vorgestellt wird. Wenn dann die Mitarbeiter das erste Mal einloggen, dann ist das Tool irgendwie leer. Es ist vielleicht technisch total sauber aufgesetzt und ganz schick und fein. Aber wenn das Tool leer ist, dann hat man schon einen Großteil der Nutzerschaft verloren, denn die kommen dann meistens gar nicht mehr wieder. Also es muss von vornherein entsprechend auch ein Angebot da sein, damit das auch überhaupt entsprechend genutzt wird.

Sebastian Metzner: Sonst verpufft die Anfangsenergie, die gerade am Anfang sicherlich sehr, sehr groß ist und die Ernüchterung folgt dann eigentlich sofort. Das kennt man so ein bisschen auch, wenn ich von einem weißen Blatt sitze. Irgendwie sinnig, aber kreativ. Dann fällt es halt besonders schwer. Deswegen ist unser Tipp, macht euch damit sehr, sehr vertraut, welcher Content in dem Tool von Anfang an die Startlinie geräumt ist. Denn das ist auch so ein starker Nachteil, Peter, den wir auch beim Ideenmanagement sehen, dass hier häufig leere Tools distribuiert werden, was du im ersten Teil schon ein bisschen angesprochen hast. Das Thema Kampagnemanagement ist da sehr sehr, stark vertreten, aber beim Ideenmanagement muss ich immer reingeben. Und hier ist in den letzten Jahren auch die Erkenntnis gereift, hier sind wirklich inspirative Inhalte sehr, sehr stark notwendig. Das ist so ein bisschen auch die Erfahrung, die wir gezeichnet haben. Deswegen habt ihr auch gerade mit Hype ja eine API gebaut. Vielleicht erzählst du dazu nochmal ein bisschen was, um auch Ideenmanagement mit Inhalten aufzuladen.

Programmierschnittstellen (API) für das Ideenmanagement

Peter von Aspern: Ja, genau diese Kooperation mit Hype ist tatsächlich auch eine mögliche Lösung. Gerade wenn man eine Lösung zum Thema Ideenmanagement einführen will, dann bietet das Hype an. Aber inzwischen bieten es die anderen auch an. Im Fall von Hype machen wir es eben gemeinsam. Wir haben tatsächlich eine digitale Schnittstelle geschaffen, die es eben möglich macht, unsere Micro-Trends direkt in dieses Hype-Tool zu integrieren und so entsprechend auch gleich ein inhaltliches Angebot mit dabeizuhaben, was tatsächlich, wie du eben schon sagtest, auch als Inspiration dienen kann. Da hat man eben auch einfach einen Mehrwert. Dass man sagen kann, Okay, jetzt wo wir anfangen, gibt's natürlich auch nicht so viele Ideen im Tool, die man sich erst angucken kann. Aber dafür haben wir ganz viele spannende externe Inspirationen mitgebracht, die allein vielleicht auch schon Grund genug sind, sich immer mal wieder in das Tool einzuloggen. Und das ist eben, wie du es eben schon so schön sagt, ganz, ganz wichtig, dass man immer so ein Angebot hat, und man den Nutzer immer auch mit einem Mehrwert herauslockt und er sagt, Ja, das hat sich jetzt für mich gelohnt, dass ich dieses Tool besucht habe.

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Content für einen starken Anfang

Sebastian Metzner: Doch von Anfang an ein Stück weit zu stimulieren, Ideen anzureizen, das kommt ja nicht aus dem luftleeren Raum. Wir haben ja schon mal eine Folge darüber gemacht. Innovation ohne Inspiration, wo wir über das Thema länger philosophiert haben. Aber lass uns nicht abschweifen, sondern zum nächsten Thema kommen oder zum nächsten Erfolgsfaktor. Der trägt die schöne Überschrift: Stark anfangen. Wir hatten gerade schon einmal über die Anfangsenergie gesprochen. Was verbindest du mit dem Thema stark anfangen, Peter?

Peter von Aspern: Ja, genau. Da spielt natürlich zum einen so ein bisschen auch der Aspekt rein, den wir eben schon hatten. Das Thema Content. Das heißt, ich muss von vorne her wenn ich mit dem Tool loslege, ein inhaltliches Angebot haben. Das ist wirklich extrem wichtig. Also wie gesagt, egal ob ich jetzt Ideenmanagement mache oder ob ich jetzt im Trendmanagement unterwegs bin und da einfach die relevanten Trends präsentiere. Es muss auf jeden Fall schon Inhalt da sein. Und was ich mit stark anfangen auch meine, ist auch diese ganzheitliche Kommunikation, dass ich eben frühzeitig auch entsprechend meine Zielgruppe mitnehme, auch rechtzeitig schon kommuniziere, was wir da vorhaben, was dieses Tool uns bringen soll, wann wir es einführen, wie wir es einführen, dass wir vielleicht auch beispielsweise mit Events oder auch Online-Events, muss ja heutzutage jetzt eher denken, da reingehen und einfach auch recht viel flankierende Kommunikationsmaßnahmen fahren, wenn wir entsprechend dieses Tool einführen. Also man braucht schon so ein bisschen , ich würde nicht sagen den großen Knall am Anfang, aber...Man zitiert ja den abgedroschenen Spruch: Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Nein, so sagt man doch? Also, man darf nicht vergessen, dass auch gerade in größeren Organisationen, aber inzwischen auch bei Mittelständlern, da hast du einfach eine ganze Reihe von Tools im Einsatz, die alle nach der Aufmerksamkeit der Mitarbeiter schreien und benutzt werden wollen. Und wenn man da nicht irgendwie schnell punktet und einfach seine Daseinsberechtigung aufzeigen kann, dann ist man da ganz schnell weg aus dem Set der relevanten Tools im Kopf der Mitarbeiter.

Sebastian Metzner: Weil natürlich auch eine Ernüchterung eingetreten ist. Wer über längere Jahre beim selben Unternehmen beschäftigt ist, hat viele Tools kommen und gehen sehen, immer mit großer Anfangseuphorie. Deswegen ist auch hier unsere Erfahrung, frühzeitig zu kommunizieren. Der Punkt den gute Innovatoren berücksichtigen ist ja, "Stay Underground as long as you can", also so lange unter dem Radar zu bleiben. Das ist hier nicht die richtige Maxime, sondern es gilt, tatsächlich relevante Stakeholder ja von vornherein mit ins Boot zu holen und mitzunehmen. Die große Frage, Peter, aber nochmal im Thema digitales Innovationsmanagement, sei es Tools im Trendmanagement oder auch im Ideenmanagement, was ist so eine relevante Nutzeranzahl? Vielleicht lass uns das nochmal so ein Stück weit besprechen. Reden wir hier von einem kleinen Team 1 bis 10 Mitarbeiter? Oder reden wir hier eigentlich von einem größeren Teilnehmerkreis von bis zu tausend Mitarbeitern? Was sind deine Erfahrungswerte beim Nutzerkreis?

Die relevante Nutzeranzahl

Peter von Aspern: Das kommt natürlich darauf an, was der Einsatzzweck ist. Also wenn ich jetzt im Bereich Ideenmanagement unterwegs bin, dann brauche ich natürlich schon so eine gewisse kritische Größe, um einfach auch eine vernünftige Anzahl von Ideen in meinen Fall reinzubekommen. So, also das macht ja keinen Sinn, ein Ideenmanagement Tool intern aufzusetzen, um dann 10 Kollegen und Kolleginnen zu bitten, ihre Ideen einzusenden. Da geht es eben schon um Skalierung oder Masse. Und beim Thema Trendmanagement würde ich das anders bewerten. Denn da kann es auch Sinn machen, das zunächst mit einem kleineren Kreis zu starten. Dass man erst mal sagt, dass quasi die die Experten im Unternehmen, die gerne aber auch schon von vornerein aus den verschiedenen Bereichen kommen können, sich in so einer Gruppe halt zusammenfinden und entsprechend das Trendmanagement aufsetzen. Und das dann eher so ins Unternehmen im ersten Schritt hineinkommunizieren und sichtbar machen, und wo dann aber vom Start weg das Thema ganzheitliche Partizipation nicht ausschlaggebend für den Erfolg ist. Da ist eher entscheidend, dass diese Informationen, die diese kleine Gruppe erarbeitet haben, einfach Mehrwert darstellen. Das ist dann da der Maßstab.

Sebastian Metzner: Ein wichtiger Erfahrungswert, den wir gesammelt haben, ist, dass es bei einem Kunden von die Positionen der sogenannten Trendsetter gab. Also Personen, die sich sehr, sehr stark mit dem Tool, mit den Inhalten identifiziert haben, die klare Aufgabe auch hatten, und vor allem sich selbst aufattributiert hatten, dieses Tool ins Unternehmen reinzukommunizieren, immer wieder Call to actions gesetzt haben. Das hat sich hier sehr, sehr gut gemacht, Wenn man mit dem Trendsetter arbeitet, also sozusagen den Advokaten des Tools. Das ist für mich ebenfalls, wenn ich so ein bisschen voten sollte, mit einer der Erfolgsfaktoren, die maßgeblich für den Erfolg verantwortlich sind. Wir hatten ja schon in der ersten Folge das Thema Scoping angerissen, das wir ein Stück weit als den Erfolgsfaktor Nummer eins stilisiert haben. Das ist für mich der Erfolgsfaktor Nummer zwei. Lass uns aber nochmal schauen. Die nächste Überschrift vom dritten Erfolgsfaktor lautet: Interne Ressourcen sicherstellen. Das haben wir grade schon so ein bisschen gestreift, Peter. Worum geht es?

Interne Ressourcen sicherstellen

Peter von Aspern: Du hast es gerade schon ein bisschen angedeutet. Es ist genau extrem wichtig, dass man, nachdem man mit dem großen Knall vielleicht gestartet ist, dass da das Motto nicht sein darf, stark anfangen und dann aber auch stark nachlassen, sondern man muss natürlich dann am Ball bleiben. Und das kann einfach nur funktionieren, wenn man entsprechend dafür auch von vornherein die internen Ressourcen sichergestellt hat. Dass man eben von vornherein dafür sorgt, dass es einfach eine kleine Gruppe, ein kleines Team gibt, das sich einfach tatsächlich aktiv um diesen Ansatz kümmert. Sei es jetzt Ideenmanagement oder Trendmanagement, das kann nur funktionieren, nur leben, wenn man eben engagierte Kolleginnen hat, die sich dann eben mit diesem Thema halt laufend beschäftigen. Das Treiben, das intern promoten, die vielleicht, nachdem auch der Launch erfolgt ist, quasi laufend, vielleicht interne News zu dem Thema machen, die Reports erstellen, die Events organisieren, auch Feedback einfordern und einsammeln. Ja, man kann einfach schon sagen, es ist so ein bisschen wie Community Management. Ich muss wirklich dafür sorgen, dass quasi intern so eine Art Community entsteht, man die dann auch pflegen muss, laufend informieren muss und auf dem Laufenden halten muss. Apps absolut wichtig. Das wird auch sehr gerne vergessen, weil man sich sehr auf das Thema Rollout und Start fokussiert und dann manchmal auch unbewusst die Falle tappt, dass man denkt, Naja, jetzt ist das Tool ja da. Wir haben es erfolgreich an den Start gebracht, jetzt ist das Projekt abgeschlossen. Jetzt haben wir das ja. Und das ist natürlich dann sehr schade, wenn das dann quasi verhungert, weil man nicht mehr genug Ressourcen hat, um das am Leben zu halten.

Sebastian Metzner: In der Nutzung dann sozusagen. Was spielt das Thema Schulung für eine Rolle, Peter? Fällt mir gerade ein. Hat das eine Relevanz?

Peter von Aspern: Ja, absolut. Mit dem Kunden BWE, wir kommen wir noch darauf zu sprechen, da haben wir sehr schön beobachtet. Das ist so gelaufen ist, dass wir natürlich zunächst eine kleinere Gruppe von Anwendern geschult haben, die auch vor allem das Projekt selber auch betreut haben und betrieben haben. Und die haben dann intern weitere Gruppen geschult und das ging Kaskadenartig runter. Da sind dann immer mehr Kollegen wie in einer Pyramide weiter geschult worden. Eben auch am Anfang tatsächlich persönlich. Das heißt, man hat das nicht irgendwie in Video aufgenommen und gesagt, Hier, klicke hier, klicke da, sondern man hat das auch eher so dialogisch gemacht. Und das ist auch am Anfang eine ganz gute Sache, weil man dann auch die Chance hat, auch Feedback mitzukriegen. Man kann dann auch den Kolleginnen über die Schulter schauen und so ein bisschen beobachten, wie die jetzt das das das Tool nutzen und wo sie vielleicht ins Stocken geraten, wo es noch nicht so richtig läuft. Das kann ich dann halt beobachten. Und dann kann man da auch noch so ein bisschen vielleicht gegensteuern oder Sachen noch verändern. Von daher ist auch diese persönliche Schulung am Anfang erst recht ein extrem wichtiger Punkt. Das würde ich auch unterstreichen.

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Zielgruppengerecht kommunizieren

Sebastian Metzner: Der vierte und letzte Erfolgsfaktor ist überschrieben mit der Zeile Zielgruppengerecht kommunizieren und das hast du ja schon ein Stück weit angedeutet, dass es hier gilt, wirklich über seinen Nutzer, dem Entscheider, dem Moderatorenkreis einen genauen Überblick zu haben und da auch zielgruppengerecht am Start zu sein. Vielleicht erklärst du nochmal diesen Punkt genau.

Peter von Aspern: Genau. Wir hatten wir hatten letztes Jahr bei uns bei TRENDONE ein Trenradar Day, der war letztes Jahr im Dezember. Da haben wir viele unserer Kunden eingeladen und haben einen Tag damit verbracht, uns mit dem Thema Trendradar zu beschäftigen, haben uns da ausgetauscht und vor allem auch über die Erfahrungen ausgetauscht, die entsprechend auch unsere Kunden in ihren Unternehmen machen, wenn sie quasi jetzt aus dem Trendmanagement heraus einen Trendradar intern ausrollen. Über das Thema Trendradar, Trendmanagement haben wir auch schon in der Doppelfolge gesprochen. Was das genau ist und was alles dazugehört, dass das könnt ihr euch auch gerne nochmal anhören. Und worauf ich jedenfalls hinauswill, ist, dass eine ganz große Erkenntnis von diesem Tag für mich persönlich war, dass dieses Thema zielgruppengerechte Kommunikation extrem wichtig ist und noch viel wichtiger ist, als ich es eh schon so dachte, weil es tatsächlich eben auch dazugehört, dass man auch die die Inhalte tatsächlich aufbereiten muss. Wenn ich jetzt zum Beispiel Kolleginnen habe, die im Bereich Forschung und Entwicklung unterwegs sind, die wirklich Tech machen, wenn man so will. Ja, die brauchen natürlich ganz andere Information. Die brauchen tiefes Wissen. Die brauchen konkrete Informationen. Die wollen vielleicht am besten bis auf die auf die Patentebene gehen. Sie müssen das auch ganz genau ausleuchten können. Und wenn ich das das Top-Management zum Beispiel interessiere oder vielleicht auch Marketing oder Vertrieb, dann brauche ich ganz andere Informationen. Die müssen halt viel mehr verdichtet sein. Die müssen auf den Punkt sein. Sie müssen kürze und prägnanter sein, weil sie einfach schnell verstanden werden müssen. Und so muss ich eben teilweise auch zum Beispiel so einen Trendradar oder die Essentials eines Trendradar, also welche Trendthemen sind für uns Unternehmen wichtig? dann entsprechend ganz anders aufbereiten. Also je nachdem, an wen ich mich da eigentlich wenden will. Ein Kunde hat das sogar so weit getrieben, das war sogar die Telekom, sie haben sogar Videos produziert. Also sie haben so einen Mini-Vortrag aufgenommen und dann einfach darüber erzählt, was sind die T- key takeaways von unserem neuen Trendradar. Und haben das in einem zehn Minuten Video aufgenommen, um einfach sicherzustellen, dass möglichst viele Kolleginnen diese Informationen erreicht und sie sie auf der für sie geeigneten Weise einfach gut konsumieren können. Und das ist ein Extrem.

Sebastian Metzner: Passt ja auch gut zur Marke, Bewegtbild.

Peter von Aspern: Ja, natürlich.

Sebastian Metzner: Hat auch einen guten Anknüpfungspunkt. Da ist natürlich auch ein gewisses Entertainment Faktor, den man damit verbinden kann. Wie ich dann Content oder Inhalte aufbaute, sind ja keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, ich muss die Zielgruppe im Blick haben und du sagtest halt schon, mit der sollte man auch vorher gesprochen haben. Man kann da auch Interviews im Vorfeld kurz führen und wirklich schauen, was ist hier eigentlich gewünscht und was nicht. Man macht das als Innovationsmanagement natürlich nicht für sich selbst, sondern immer für seine Kollegen. Und da sollte man schon schauen, dass man dort alles ideal mitnimmt. Ja, gibt es noch einen Punkt, Peter, den wir vergessen haben, der noch erwähnenswürdig ist?

Tool und Content zusammendenken

Peter von Aspern: Ja, ich denke schon, vielleicht zum Thema Implementierung. Diese vier Punkte. Ich sage hier nochmal Tool und Content zusammendenken. Also immer auch gleich bedenken, welche Inhalte brauche ich. Wo kriege ich die her? Dann das Thema stark anfangen. Darüber haben wir jetzt auch gesprochen. Dass ich eben bloß nicht mit einem leeren Tool starte. Der erste Eindruck zählt. Dann Punkt drei, interne Ressourcen sicherstellen. Damit das Projekt nicht mit der Einführung des Tools zu Ende ist, sondern dass es erfolgreich weitergehen kann. Das hat eben auch mit der nachhaltigen Evaluierung von Ressourcen zu tun. Das kann man auch schon ganz am Anfang auch direkt regeln. Deshalb haben wir das auch hier aufgenommen, dass ihr das auch gleich mitdenkt. Wir hatten viele Punkte: Zielgruppen, gerechte Kommunikation. Ja, finde ich auch extrem spannend. Und ja, ich glaube schon, dass es rund um das Thema Implementierung sicherlich noch viele weitere Aspekte gibt, die man bedenken muss. Gerade in Richtung Stakeholder Management könnte man dann auch das ein oder andere mehr erzählen. Aber zum Kern würde ich sagen, Ja, das sind schon die die vier Essentials, die sollte man schon bedenken.

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Die drei Phasen der konkreten Implementierung

Sebastian Metzner: Lass uns vielleicht nochmal im zweiten Teil des Podcasts jetzt darauf schauen, wie konkret so eine Implementierung aussieht. Wir sagen ja intern dazu gerne Setup und Rollout und teilen das noch ein Stückchen stärker. Wie das aussieht, da können wir, denke ich, noch ein bisschen mehr darauf eingehen. Denn das Wichtigste ist im Grunde, wenn man als Innovationsverantwortlicher sich den Markt angeschaut hat, sich die Anbieter angeschaut hat, da gut gescreent hat, sich mit den Erfolgsfaktoren auseinandergesetzt hat, eine gute Auswahl vielleicht von einem Toolanbieter getroffen hat. Wie muss man sich jetzt diese Einführungsphase vorstellen? Und da wollen wir euch gerne nochmal ein bisschen so einen Praxiseinblick geben. Wir teilen diese Phase ein in drei elementare Schritte, um sie nochmal kurz zu nennen. Das ist quasi die Scoping Phase, das ist die Setup Phase und das ist die Rollout Phase. Diese drei Phasen empfehlen wir eigentlich immer zu durchlaufen. Das ist so ein Blueprint, an dem man sich halten sollte. Jede dieser drei Phasen hat so ein bisschen die kritischen Faktoren mit drinnen. Peter, lass uns nochmal ein Stück weit einsteigen in die Scoping Phase. Hier hatten wir gesagt, auch in dem ersten Teil. Das Thema Zielstellungen Rahmenbedingungen ist sehr wichtig. Was muss man für die Scoping Phase beachten? Und haben wir ein Praxisbeispiel, an dem wir das deutlich machen können?

Was muss man für die Scoping Phase beachten?

Peter von Aspern: Ja genau. Als, der Anfang ist tatsächlich, wirklich entscheidend. Also, man kann später mal, wenn man im Laufe des Projekts vielleicht den ein oder anderen Punkt vergessen hat oder offengelassen hat, das kann man dann immer noch korrigieren. Aber tatsächlich ist es schon extrem wichtig, dass gerade in dieser Anfangsphase schon möglichst viel richtig war. Und das hatten wir ja schon in der ersten Folge so ein bisschen ausdiskutiert. Das Thema Zielstellungen ist extrem wichtig, dass ich eben klar benenne, was ist hier unser Projektziel. Welche Rahmenbedingungen haben wir, um das zu erreichen? Wer sind unsere Stakeholder? Also für wen machen wir das? Und wann ist das für die ein Erfolg? Ja, das ist die Frage, wie man sich stellen muss. Wann sind meine Stakeholder zufrieden? Wann sagen die, dass wir das Ziel erreicht haben? Und dazu gehört natürlich dann auch das Management, dass man einfach da auch die Rückendeckung hat. Ein Beispiel, das mir dazu eingefallen ist, ist ein Projekt, das wir mit dem Flughafen München gemacht haben, wo wir unser Trendmanagementool ausgerollt haben. Da haben wir zum Beispiel auch sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit in dieses Scoping Phase gesteckt, weil der Kunde das auch absolut erkannt hat, dass das ein wichtiges Thema ist und dass der Erfolg sich da maßgeblich entscheiden wird. Da haben wir zum Beispiel auch so ein Stakeholder Map erstellt. Das heißt wirklich mal vor Ort erfasst, wer eigentlich die Stakeholder sind. Das ist tatsächlich beim Flughafen extrem spannend, weil ein Flughafen ja tatsächlich wie eine kleine Stadt ist. Flugzeugwartung, Fluggesellschaften, Retail, tatsächlich sehr komplex. Die haben wir alle einmal verortet und die auch ganz gezielt ins Boot geholt. Das heißt, man hat versucht wirklich von jeder Stakeholder Gruppe dann auch Kolleginnen mit reinzunehmen, beispielsweise um dann entsprechend die Trends zu bewerten. Das Ziel war ja auch da einen Trendradar im ersten Schritt zu erstellen. Um für den Flughafen zu verorten, welche Trendthema zukünftig wichtig werden. Und da war eben auch eine Maßnahme einfach ganz bewusst auch Stakeholder Gruppen in diese Wertungsphase mit reinzuholen. Aber nicht aus politischen Motiven, sondern eben einfach auch, weil es weil deren Know-how und deren Perspektive und deren Blick auf die Trend- und Innovationslandschaft natürlich auch extrem wichtig ist. Und natürlich ist es aber auch im Nachgang für die Akzeptanz der User auch wichtig, dass man eben von vornherein die Stakeholder mit einbezieht und nicht dort das Meditiersyndrom erleidet, und dass am Ende die Stakeholder sagen: Ja, das ist ja alles schön, was ihr euch ausgedacht habt, aber das ist ja für uns ja gar nicht relevant. Wir befolgen andere Themen. Wir brauchen das alles gar nicht.

Sebastian Metzner: Häufig stellt sich so ein bisschen die Frage wie lang muss diese Scoping Phase sein. Das kann natürlich von - bis sein. Unsere Erfahrung ist, man soll sich nicht hetzen lassen, aber man soll sie schon kompakt halten. Es ist nicht die längste Phase in so einem Implementierungsprozess. Sie ist eine wichtige Phase, aber sie ist ehrlich gesagt nicht so lang wie zum Beispiel die zweite Phase, die sich nämlich an das Scoping anschließt. Das Setup, denn da muss man sagen, die Setup Phase ist eigentlich die längste Phase. Und hier müsste man sich eigentlich die meiste Zeit nehmen, denn im Kern steht hier drinnen ja die Auswahl der richtigen Inhalte für das Tool. Wir hatten es vorhin schon gesagt, die zielgruppengerecht Erstellung dieser Inhalte und natürlich auch diese Inhalte ein Stück weit gemeinsam wieder zu bewerten, zu diskutieren. Das verbindet man eigentlich mit der Setup Phase. Wir hatten es erwähnt, bitte denkt nicht, dass ein leeres Tool die Lösung ist, sondern denkt halt immer das Content und Tool eine Einheit bilden. Deswegen Setup ist quasi diese Phase, wo ihr den Inhalt in das Tool hineinbringt, und der muss erarbeitet werden. Das hört sich immer so leicht an. So nach dem Motto: Ich bringe so ein bisschen Inhalt mit. Fünfzig Post-its und daraus machen wir schon irgendwas wie ein Koch mit einem Rezept. Und dann am Ende schmeckt das Gericht. Es hat sich eigentlich aus unserer Erfahrung herauskristallisiert, dass der Inhalt schon sehr, sehr gut ausgewählt werden sollte. Das heißt dort auch, die Sachen alle aufzulisten, eine Longlist zu haben. Worauf kommt es eigentlich an? Welche Trendkategorien? Wir reden von Micro- Macro- und Mega-Trends, die hier eine Rolle spielen. Das ist ganz, ganz wichtig. Die Sachen durchdeklinieren. Brauche ich einen technologischen Ansatz? Brauche ich eher, sagen wir mal, einen Consumerzentrierten Ansatz? Das sind alles Sachen, wo man sich vom Inhalt her Gedanken machen sollte. Wie sind die Sachen aufbereitet? Peter hat es vorhin gesagt? Welche Detailtiefe spielt eine Rolle? Ja, und natürlich auch die Relevanz der Sachen, des Contents bewerten. Also, welchen Einfluss hat das auf unsere Branche? Inwiefern ist das ganze Thema vom Reifegrad her zu bewerten? Kommt das sind drei, kommt das in fünf, kommt das in zehn Jahren auf uns zu? Das sind alles Bewertungsmatrizen, das sind Bewertungskriterien, die einige Tools anbieten, wo man einfach mehr Orientierung schaffen kann, wo man den Inhalt schon ein Stückchen weit vorselektieren kann. Bin ich wirklich nah dran? Bin ich weit weg? Zoom ich rein, Zoom ich raus. Das ist auf jeden Fall etwas, was im Setup eine Rolle spielt. Peter, ich habt das mit EWE ja sehr, sehr intensiv gemacht. Vielleicht gibst du da uns nochmal einen Praxiseinblick ins Thema Setup mit EWE.

Praxiseinblick ins Thema Setup mit EWE

Peter von Aspern: EWE war tatsächlich unser Pilotkunde für den Trendmanager. Inzwischen haben wir eine ganze Reihe von Kunden auf dem Tool. EWE war unser erster Kunde und die haben schon ganz früh darauf vertraut, dass wir dieses Tool gemeinsam erfolgreich an den Start bringen würden, noch bevor das Tool überhaupt da war. Und die haben so ein bisschen die Katze im Sack gekauft, wie es so schön heißt. Und deshalb haben wir da auch besonders eng zusammengearbeitet. Und ja, da war tatsächlich das Thema auch passgenau Inhalte von vornherein an den Start zu bringen, extrem wichtig. Und da war es zum Beispiel so, dass wir auch entsprechend diese Themen Longlist, Shortlist, also eine erste Auswahl von Trends mit reinzugeben. Das dann entsprechend auch nochmal mit der Industrieperspektive des Kunden einfach nochmals zu spiegeln und zu verfeinern und dann in eine Shortlist reinzukommen, um dann entsprechend diese Trends zu bewerten, um eben dieses Trendradar zu erstellen. Das haben wir dann in sehr enger Abstimmung gemacht. Wir haben da zum Beispiel auch diese Trendbewertung auch in den Workshops vor Ort durchgeführt. Also bewusst noch gar nicht. An der Stelle mit dem Tool gemacht, sondern gemeinsam in Workshops, um einfach auch die Chance zu haben, erstmal die Trends in einer Art kleinem Keynote, also einem kleinen Vortrag, vorzustellen. Auch um dann da inhaltliche Fragen zuzulassen und dann eben auch bewusst auch diese Trendbewertung in einem Diskussionsformat zu machen. Damit man eben auch da schon ins Gespräch kommt und so ein bisschen auch dieses offene Mindset ein stückweit mitformt. Das ist da eigentlich auch sehr gut gelungen, weil jeder auch jeder sehr offen dafür ist. Und das ist auch ein sehr innovatives Unternehmen, tatsächlich. Und ja, das ist ja sehr gut gelungen, weil man sich ja auch sehr viel Zeit dafür genommen hat, einfach auch sehr sorgfältig diese Inhalte zu kuratieren, auszuwählen und ein sehr passgenauen Trendradar zu erstellen, weil das ja eben einfach auch für die verschiedenen internen Stakeholder funktionieren muss. Es ist je immer so eine Mischung. Einerseits musst du eben das Unternehmen da abholen, wo es eben ist. Man muss auch die Branche spiegeln und auch ein bisschen die Gegenwart spiegeln und auch gleichzeitig einen Ausblick geben und das Neue irgendwie aufzeigen. Und das ist eben auch immer so ein Balanceakt, sodass man eben weder in die eine noch die andere Richtung übersteuern darf, weil sonst wird das nicht angenommen. Und das ist da aber sehr gut gelungen und da war es eben auch so, dass man auch hinreichend interne Ressourcen hat, eben auch um dieses Tool weiter auszurollen. Also das Team da hat dann entsprechend auch zum Beispiel ein eigenes Trendbook erstellt. Also nochmal ein großes Dokument erstellt über die wichtigsten Trends und den Trendradar selber. Stichwort zielgruppengerichtete Kommunikation. Das war eben da ein Thema, dass eben auch nicht alle den Wunsch haben, sich in so ein Tool zu begeben. Okay, wenn das so ist, dann muss man natürlich auch den einen oder anderen einfach da abholen, wo er ist, und dann ist so ein Trendbook dann da vielleicht der richtige Weg. Die haben auch viele interne Roadshows gemacht und verschiedenen Kreisen dann das Tool vorgestellt. Das auch so ein bisschen eventisiert und so ein bisschen die Werbetrommel gerührt.

Die erfolgsentscheidende Setup Phase

Sebastian Metzner: Also die Setup Phase als zweiter Punkt sicherlich sehr erfolgsentscheidend, weil es die längste Phase im Einführungsprozess ist. Natürlich auch viele Ressourcen bindet. Auch hier kann man ja von-bis ausgehen in der Ressourcenbindung. Man kann wirklich viele Mitarbeiter dran beteiligen, von Anfang an mit ins Boot holen. Man kann das aber auch sicherlich etwas schlanker halten, auch genauso vom Zeitaspekt. Man kann das sicherlich in einem Monat schaffen, aber man kann das auch sicherlich in sechs Monaten durchführen. Das ist natürlich sehr sehr dehnbar, je nachdem wie viel Zeit man hat. Das sind jetzt so zwei Extremwerte gewesen. Sicherlich liegt hier der Mittelwert bei zwei bis drei Monaten. Das ist glaube ich sehr gut, um einfach mal so einen gewissen Standard im Kopf zu haben. Ich glaube, das ist so das Mindestmaß.

Peter von Aspern: Ja, da hast du recht. Das würde ich auch sagen. Das ist eine gute Benchmark so. g. Das muss man immer wieder wiederholen. Aber langsam sieht man auch, dass sich das auszahlt. Es braucht auch eine Weile, bis sich das setzt und irgendwie etabliert. Aber wenn man diesen Anlauf aushält, dann sieht man auch, dass sich das dann irgendwann auch wirklich lohnt und auch zum Selbstläufer werden kann.

Peter von Aspern: Ja, da hast du Recht. Das würde ich auch sagen. Das ist eine gute Benchmark so.

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Die Rollout Phase

Sebastian Metzner: Ja, definitiv. Die Rollout Phase. Das ist dann im Kern, wenn ich das ganze Thema gescopt habe, Wenn ich es gesetupped habe, dann kommt eigentlich der Punkt, an dem ich sage, jetzt rollen wir es aus. Jetzt bringen wir es wirklich rein ins Unternehmen. Das ist die dritte Phase. Peter, vielleicht holst du uns nochmal ab, was dazu gehört und worauf es ankommt.

Peter von Aspern: Ja, ich habe eben schon ein bisschen vorgegriffen bei der EWE. Da habe ich schon so paar Sachen genannt, wie eben interne Roadshow zum Beispiel. Ja, das kann dazugehören. Es geht ganz natürlich um Kommunikation. Das heißt, dass ich frühzeitig einfach auch schon Aufmerksamkeit für das Thema schaffe, dass ich also ein bisschen Ankündigungsmarketing mache, versuche auch Neugier zu wecken. Also im Grunde klassische Marketingmechanismen einfach einsetze. Man kann auch verknappen, indem man sagt, es gibt schon 20 Plätze für die Early Adopter. Schon mal so zum Testen. Bewirbt euch. Habt ihr Bock drauf, da schon mal reinzugucken.

Sebastian Metzner: Preview.

Peter von Aspern: Ja, ja genau. Genau. Typischerweise hat man oft auch am Anfang physische Events gemacht. Workshop Formate. Das kann man natürlich jetzt auch genauso gut digital machen. Also man kann auch Content produzieren oder kurze Videos machen. Das ist auch zum Teil viel weniger aufwendig als man denkt. Im Grunde ist es so, du hast es selber gesagt, im multichannell Vorgehen. Also auch bewusst offline und online sich darüber klarzuwerden, welche Kanäle habe ich eigentlich zur Verfügung und die nutze ich dann auch. Wer es ganz pfiffig macht, finde ich, ist tatsächlich die Industrie und Handelskammer im mittleren Ruhrgebiet. Die nützen ja auch unseren Trendmanager und da ist eine besondere Konstellation, weil die Industrie und Handelskammer das Thema Trendradar und Trendmanagement als Service für ihre Mitglieder anbietet. Das heißt deren Kunden, wenn man so will, deren Stakeholder sind dann wiederum andere Unternehmen. Entsprechend ist da natürlich dieses Thema Rollout nochmal viel komplexer und anspruchsvoller, weil ich ja nicht meine internen Kolleginnen hier begeistern muss, sondern externe Unternehmen. Die haben entsprechend mit sehr vielen Events gearbeitet. Sie haben sich auch so ein Trends Speed Dating Format ausgedacht, das sie immer wieder durchführen. Tatsächlich machen die auch ein gutes digitales Storytelling. Das heißt, da gibt es immer wieder spannende Artikel zu spannenden Trends, die aufbereitet werden und dann immer wieder auf das Trend Radar referenzieren. Man macht da auch so ein bisschen eine Art Storytelling draus, sodass man immer so einen roten Faden da drin hat in diesen verschiedenen Formaten. Da machen die auch einen Podcast sogar der heißt Fernseher. Also, in die Ferne sehen. Das hätten wir auch machen können. Sie bedienen sich da einer ganzen Menge von Instrumenten, um diese Dienstleistungen zu promoten. Und das ist jetzt tatsächlich auch halt eine Dienstleistung. Also in diesem Fall ist es wirklich eine Dienstleistung. Aber auch wenn ich das jetzt innerhalb des eigenen Unternehmens mache, dann muss man das auch ein Stück weit als Service und Dienstleistung betrachten. Weil man ja damit einen Mehrwert stiften will. Und so muss man das quasi auch sehen, dass man eben die Kolleginnen quasi überzeugt, dass sie eben diese Leistung nutzen. Dass sie sich über Trends informieren oder dass sie Ideen einreichen und dass sie sich nicht dazu gezwungen fühlen. Denn das funktioniert natürlich nicht. Nicht lange. Das ist dabei so ein bisschen dieses Mindset das man vielleicht mitbringen muss. Wie gesagt, also da einfach auch mal den einen oder anderen Podcast zum Thema Marketing einfach mal hören, um sich aus der Richtung ein paar Ideen reinzuholen, wie man das handwerklich gut machen kann.

Sebastian Metzner: Mit kreativen und spannenden Formaten zu kommunizieren, ist schon ein sehr, sehr guter Weg, um Neugier, Spaß, Spannung, Begeisterung natürlich auch bei seinen internen und externen Kunden zu wecken. Ich glaube, davon lebt das Thema auch. Von viel Leidenschaft, von viel Begeisterung und am Ende wird es nur ein Erfolg, wenn eine Vielzahl von unterschiedlichen Personen daran teilnehmen. Ich glaube das, und das darf man, glaube ich nicht unterschätzen, Pete, hier diese 90-9-1 Regel. Ich glaube ich komme aus dem Wikipedia Kontext, dass quasi 90 Personen von 100 Personen, die schwimmen so mit, die gucken Mal rein. Neun Personen von 100, die sind so ein bisschen ernsthafter dabei und ein ganz geringer Anteil der es wirklich hardcore mit dabei. So wird sich das immer herauskristallisieren. Die Spreu wird sich vom Weizen trennen. Aber ich glaube man kann hier sehr viel richtig machen, und sehr viele Personen mitnehmen, wenn man wie gesagt, die Erfolgsfaktoren, die wir euch ein Stück weit in der Folge dargelegt haben, berücksichtigt, wenn man am Anfang die Einführung gut handelt und wenn man dann auch in der Nutzung am Ball bleibt, Ressourcen dabeihat und das Ganze iterativ vorantreibt. Ja, und ich denke, dass man diese Einführungsphase im Grunde zwischen ein und sechs Monaten schaffen kann. Schneller ist fast unmöglich. Selbst ein Monat ist schon echt schnell, muss ich sagen. Vielleicht ist zwei bis 6sechs Monate das Richtige. Es gibt vielleicht auch noch Unternehmen, die sich noch länger Zeit lassen. Peter, Was war das längste bis jetzt, was du so begleitet hast?

Peter von Aspern: Ja, also im schlechtesten Fall auch über ein Jahr. Also einen Monat... Ich würde mir natürlich auch wünschen, dass man vom ersten Gespräch bis zur Einführung, dass man in einem Monat alles unter Dach und Fach kriegt. Aber da hat man nicht sauber gearbeitet. Also das kann eigentlich nicht sein, dass man sich dann wirklich darüber im Klaren ist, was man erreichen will. Dass man die Stakeholder im Boot hat. Das Management alignement hergestellt hat und ein langfristiges Budget dafür hat. Wenn man von Null anfängt, da kann man das nicht in einem Monat hinstellen. Das sollte man auch gar nicht, weil es langfristige Themen sind und langfristige Richtungsentscheidungen. Man auch die Manpower mit rein denkt, was auch einen Aufwand bedeutet. Das sollte man schon auf jeden Fall auf vernünftige Füße stellen. Das ist glaube ich auch die die Botschaft aus unseren beiden Doppelfolgen. Diese Anfangsphase, die ist wirklich entscheidend. Also, macht wirklich ein gutes Scoping. Holt die Stakeholder an Board. Werdet euch darüber im Klaren, wann eure Stakeholder beurteilten, dass das ein Erfolg ist und denkt dann auch vor allem auch ganzheitlich, denkt nicht nur an das Tool, sondern eben auch an dieses Ökosystem drum herum. Also ihr braucht auch gute Inhalte. Ihr braucht die Nutzer, die gerne darauf zugreifen. Ihr braucht selber Ressourcen, um das treiben zu können. Das sollte man auf jeden Fall von vornherein ganzheitlich denken. Denn das Thema Tool selber ist eigentlich inzwischen fast schon das kleinste Problem. Es gibt eine ganze Menge spannende Toolsets da draußen. Die sind auch alle teilweise gar nicht mehr so kostenintensiv wie man vielleicht so denkt. Das ist ja das Gute daran, weil das euch vielleicht mehr Raum lässt, die Budgets in Workshops zu investieren oder in Inhalte zu investieren, in das Ausrollen des Tools zu investieren und es dann auch gar nicht mehr so sehr ein IT-Thema wie es das früher mal war.

Sebastian Metzner: Das ist doch ein schönes Schlusswort, dass das Thema digitales Innovationsmanagement sich von der IT eigentlich zu einem Kulturthema entwickelt. Das nehmen wir mit. Jetzt gab es insgesamt zehn Folgen des "Innovation geht anders" Podcast. Zeit für uns, euch mal den Ball zuzuspielen und euch zu fragen: Welche Fragen und Themen interessieren euch? Schreibt uns gern thematische Vorschläge, Probleme oder Fragen, die euch im Innovationsalltag beschäftigen an: Podcast@trendone.com oder schreibt uns auf Linkedin Peter von Aspern oder Sebastian Metzner. Auch über den Kanal trefft ihr uns an. Wir freuen uns immer über eure Themen und befassen uns natürlich gern damit. Abonniert uns gern. So seid ihr immer am Ball. Und so bleibt uns zu sagen Peter, vielen Dank fürs Zuhören.

Peter von Aspern: Ja, vielen Dank.

Sebastian Metzner: Und hab' eine schöne Woche, Peter. Mach's gut. Liebe Grüße nach Hamburg, komm gut durch die Woche. Mach's gut.

Peter von Aspern: Ebenso Sebastian, mach's gut. Liebe Grüße nach Berlin.

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