Wie sind die Ausprägungen der Bewertungskriterien zu interpretieren?

Im Trendmanager werden Trends systematisch bewertet, um ihre Relevanz und Dringlichkeit transparent darzustellen. Grundlage dafür sind drei Kernkriterien: Einfluss, Mainstream-Adoption (Zeitpunkt der Übernahme) und Kompetenzen. Einfluss beschreibt die Stärke der Auswirkungen, die ein Trend voraussichtlich haben wird. Er kann sich auf unterschiedliche Ebenen des Unternehmens beziehen, etwa auf Produkte und Services, interne Prozesse oder Mitarbeitende und Kunden. Mainstream-Adoption bewertet, wann der Trend voraussichtlich von der Mehrheit der Marktteilnehmer innerhalb einer Branche übernommen wird. Gesucht ist der Moment, an dem die Early Majority den Trend aufgreift. Kompetenzen zeigen, wie gut ein Unternehmen bereits auf den Trend vorbereitet ist, einschließlich erster Projekte, Services, Prozesse oder Prototypen.

Analyse eines Trendradars

Einordnung in Handlungsempfehlungen

Die Kriterienbewertungen werden nicht isoliert betrachtet, sondern in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzt. Einfluss, Adoption und Kompetenzen werden kombiniert, um eine klare Empfehlung zu erhalten: von „Beobachten“ über „Analysieren“ bis zu „Umsetzen“. Die Berechnung sorgt für eine einheitliche, nachvollziehbare Einordnung unabhängig von persönlichen Einschätzungen. So wird sichtbar, ob ein Trend nur überwacht werden sollte, erster Kompetenzaufbau nötig ist oder ob sofortige Maßnahmen erforderlich sind.

Interpretation der Bewertungsskala (6er-Skala)

Alle drei Kriterien werden im Trendmanager auf einer 6er-Skala von „sehr gering“ bis „sehr hoch“ eingestuft. Die Ausprägungen im Detail:

Einfluss

  • Sehr gering: Mögliche Innovationen sind vorstellbar, aktuell jedoch nicht relevant.
  • Moderate Werte: Erste Entwicklungen sichtbar, Potenzial vorhanden.
  • Hohe Werte: Trend hat sich bereits etabliert.
  • Sehr hoch: Trend wird weitreichende Auswirkungen auf Unternehmensbereiche oder Produktsortimente haben.

Mainstream-Adoption

  • Sehr gering: Trend befindet sich noch in Forschung oder Entwicklung.
  • Moderate Werte: Erste marktfähige Produkte für Early Adopters verfügbar.
  • Hohe Werte: Zielgruppe wächst, Trend erreicht breitere Masse.
  • Sehr hoch: Breite Akzeptanz, Tipping Point überschritten.

Kompetenzen

  • Sehr gering: Unternehmen hat sich bisher noch nicht mit dem Trend beschäftigt.
  • Moderate Werte: Erste Auseinandersetzung auf Wissensebene.
  • Hohe Werte: Planung konkreter Projekte.
  • Sehr hoch: Prototypen, Services oder Prozesse bereits umgesetzt.

Handlungsempfehlungen bei der 6er-Skala

  • 1–2 (sehr gering/gering): Beobachten – Trend aktuell wenig relevant
  • 3–4 (eher gering/eher hoch): Analysieren – erste Entwicklungen erkennbar, Monitoring und Wissensaufbau sinnvoll
  • 5 -6(sehr hoch): Umsetzen – Trend strategisch relevant, Umsetzung in Strategien, Projekte oder Angebote empfohlen

Interpretation der 100er-Skala

Für detaillierte Analysen steht zusätzlich eine 100-Punkte-Skala zur Verfügung. Sie wird vor allem für Potenzialbewertung, Reifegrad und Kompetenzen genutzt. Mit der feineren Skala lassen sich Trends präziser unterscheiden, kleine Abstufungen sichtbar machen und strategische Entscheidungen wie Benchmarking oder Readiness-Assessments fundierter treffen.

Handlungsempfehlungen bei der 100er-Skala

  • 0–25 Punkte: Beobachten – Trend im frühen Stadium oder aktuell wenig relevant
  • 26–50 Punkte: Analysieren – erste Relevanz erkennbar, detaillierte Analyse und Wissensaufbau sinnvoll
  • 51–75 Punkte: Pilotieren – Trend wird wichtiger, Prototypen oder Pilotprojekte empfehlenswert
  • 76–100 Punkte: Umsetzen – Trend strategisch wichtig, Kompetenzen vorhanden oder sofort aufzubauen, konkrete Umsetzung sinnvoll

Individualisierbare Kriteriensets

Unternehmen können die Bewertungslogik im Trendmanager vollständig anpassen indem sie neue Kriterien hinzufügen, bestehende Kriterien umbenennen oder entfernen, die Gewichtungen verändern oder Skalen frei wählen. So lässt sich ein Bewertungssystem entwickeln, das exakt zur Strategie, Branche oder Innovationskultur des Unternehmens passt. Beispiele für zusätzliche Kriterien: strategische Passung, Nachhaltigkeitsbezug, Kundennutzen.

Einordnung in Readiness Assessments

Zusätzlich können Trends über ein Readiness Assessment bewertet werden. Dabei wird geprüft, wie gut ein Unternehmen einen Trend tatsächlich umsetzen kann. Neben der Kompetenzbewertung fließen Faktoren wie Ressourcen, strategische Passung und vorhandene Projekte ein.

So entsteht ein klares Bild:

  • Welche Trends kurzfristig umgesetzt werden können
  • Wo zuerst Grundlagen geschaffen werden müssen

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