Phase 2: Analyse & Bewertung
In der zweiten Phase des Trendmanagements steht das systematische Verstehen und Bewerten der identifizierten Trends im Mittelpunkt. Ziel ist es, aus einer Vielzahl von Trends diejenigen herauszufiltern, die für das Unternehmen den größten Mehrwert bieten und als Grundlage für strategische Entscheidungen dienen. Die Bewertung schafft damit eine wichtige Basis, um Ressourcen gezielt einzusetzen und Innovationen wirkungsvoll voranzutreiben.
Wesentlich für eine erfolgreiche Bewertung ist eine klare Trennung von der Trendidentifikation. Während in der ersten Phase gesammelt wird, geht es jetzt darum, Trends anhand nachvollziehbarer Kriterien zu priorisieren. Typische Kriterien sind der Einfluss auf das Unternehmen, der Zeitpunkt der Mainstream-Adoption, der Reifegrad, die strategische Passung, Marktstrategie oder auch, ob ein Trend neu oder bereits bekannt ist. Besonders wichtig ist, dass die Bewertungskriterien eng mit der Unternehmensstrategie verknüpft sind und die strategischen Leitplanken, wie etwa Nachhaltigkeit, Digitalisierung oder Marktfokus, widerspiegeln. So wird sichergestellt, dass die Bewertung nicht nur methodisch sauber, sondern auch strategisch relevant ist.
Ein zentrales Werkzeug in dieser Phase ist der Trendradar im Trendmanager. Er visualisiert und priorisiert Trends, macht Bewertungen transparent und dient als Kommunikationsinstrument im Unternehmen. Handlungsempfehlungen wie ACT, PREPARE oder WATCH werden direkt sichtbar und unterstützen die weitere Entscheidungsfindung. Die Bewertungsergebnisse sollten nicht nur dokumentiert, sondern auch aktiv kommuniziert werden. So werden alle relevanten Stakeholder einbezogen und die Akzeptanz für die ausgewählten Trends erhöht. Transparenz in der Bewertung sorgt zudem dafür, dass die Entscheidungswege für alle Beteiligten nachvollziehbar bleiben.
Die Bewertung ist kein einmaliger Akt. Da sich Trends und Unternehmensumfeld ständig verändern, ist eine regelmäßige Neubewertung im Rahmen des Trendmonitorings unerlässlich. Die Bewertungskriterien sollten regelmäßig überprüft und gegebenenfalls an die Unternehmensstrategie angepasst werden, um sicherzustellen, dass die Bewertung stets auf die aktuellen Ziele und Herausforderungen des Unternehmens einzahlt.
Empfohlene Methoden:
- Relevanzbewertung mit dem Trendcafé
- Checklist zur Ideenbewertung
- Bewertungsworkshops, Interpretationsworkshops und Paneldiskussionen
- Nutzung von Best-Practice-Beispielen als Vergleich
- Einbindung von Experten für Spezialthemen
Praxis-Tipp: Reduzieren Sie die Anzahl der Bewertungskriterien auf das Wesentliche, um Aufwand und Nutzen für alle Teilnehmenden im Gleichgewicht zu halten. Nutzen Sie den Trendradar nicht nur als Analyseinstrument, sondern auch als zentrales Kommunikationstool im Unternehmen. So werden Trends, Bewertungen und Handlungsempfehlungen für alle sichtbar und nachvollziehbar.



