Mega- und Macro-Trends

Wir besprechen einige Mega-Trends des neuen Trenduniversum und gehen mit den korrelierenden Macro-Trends thematisch in die Tiefe. Die Mega-Trends Künstliche Intelligenz (KI), Urbanisierung und Intelligente Infrastrukturen stellen wir an den Anfang, bevor wir uns mit Woke Culture, Seamless Commerce und Consumerism 2.0 stark gesellschaftlich geprägten Mega-Trends zuwenden.

  • Für welche Branchen ist das Thema Künstliche Intelligenz (KI) besonders relevant?
  • Intelligent Infrastructure oder per Smart Grip zum Prosumer
  • Der Mega-Trend Woke Culture und seine sieben korrelierenden Macro-Trends
  • Was meint der Mega-Trend Seamless Commerce?
  • Macro-Trend Hybrid Instore Experience
  • Mega-Trend Consumerism 2.0 - was ist darunter zu verstehen?

Peter von Aspern
Director Trend Services, TRENDONE Hamburg

Sebastian Metzner
Chief Strategy Officer, TRENDONE Berlin

TRENDONE Podcast Innovation geht anders #24 Mega- und Macro-Trends

Mega- und Macro-Trends: Unternehmen sollten sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) auseinandersetzen. AI Assistants sind ein wichtiger Einstieg.

Transkription Podcast-Episode #24 Mega- und Macro-Trends mit Andreas Albert und Anika Hamester vom 28.04.2021 | 63 Min.

Sebastian Metzner: Unser heutiges Thema lautet Mega- und Macro-Trends. Von der künstlichen Intelligenz über die Urbanisierung bis hin zur Woke Culture werfen wir einen Blick in das neue Trenduniversum und fragen, welche aktuellen Wandlungsphänomene die größte Dynamik aufweisen. So sprechen wir im ersten Teil mit Senior Trend Analyst Andreas Albert. Er erklärt und, wie Hamburg zur 15-Minuten-Stadt werden will und warum selbstlernende Algorithmen anhand fehlerhafter Daten auch manchmal das falsche lernen können. Im zweiten Teil des Podcasts sprechen wir mit Innovation Advisorin Anika Hamester. Sie erläutert, wie soziale Medien unsere Demokratie neu formen und wie Corona dafür sorgt, dass Online- und Offline-Handel noch enger zusammenwachsen.

Peter von Aspern: In Folge #23 Framework: Das Trenduniversum haben wir euch vorgestellt, was das Trenduniversum als Framework ist. Es ist eine Gesamtheit von Mega- und Macro-Trends, die euch dabei helfen können, einen guten Überblick zu bekommen, welche Trends es gibt und wie die Zusammenhänge zwischen Mega- und Macro-Trends zu verstehen sind.

Sebastian Metzner: In der heutigen Folge gehen wir ein bisschen in medias res und schauen uns die Inhalte des Trenduniversums, die ja Mega und Macro-Trends sind, ein bisschen genauer an. Dazu haben wir mit zwei Experten von uns gesprochen.

Peter von Aspern: Der erste Experte, den wir gleich hören werden, ist unser Senior Trend Analyst Andreas Albert, mit dem ich tatsächlich über drei Mega-Trends gesprochen habe. Das war der Mega-Trend Künstliche Intelligenz (KI). Das war sehr spannend, weil Andreas uns ein Stück weit in die Macro-Trends mitnimmt, die er in seiner Arbeit identifiziert hat. Da könnt ihr gespannt sein, welche Themen in diesem großen Mega-Trend der künstlichen Intelligenz drin stecken. Dann sprechen wir auch noch über die Themen Urbanisierung und intelligente Infrastrukturen, die als Name Intelligent Infrastructure auch ein wichtiger Mega-Trend in unserem neuen Trenduniversum sind. Andres nimmt uns dann in die Ergebnisse seiner tagtäglichen Arbeit mit und erklärt uns, was diese Mega-Trends ausmacht und was die aktuell zu beobachtenden Dynamiken in diesen Mega-Trends tatsächlich sind.

Sebastian Metzner: Im zweiten Teil habe ich mit unserer Innovation Advisorin Anika Hamester gesprochen. Dort reden wir über die eher gesellschaftlicheren Mega und Macro-Trends. Wir haben uns ebenfalls drei Mega-Trends angeschaut. Wir reden sehr stark über das Thema Woke Culture. Wir sprechen über Seamless Commerce und über Consumerism 2.0. Das sind Themen, die auch ein Stück weit den Wertewandel adressieren und auch ein bisschen lockerer rüberkommen.

Was macht eigentlich ein Trend Analyst? Vom Scouting und Wandlungsphänomenen

Peter von Aspern: Morgen, Andreas. Erzähl doch erst ein bisschen zu deiner Person. Was machst du eigentlich bei TRENDONE und wie bist du zu uns gekommen?

Andreas Albert: Hallo Peter, Hallo Sebastian. Guten Morgen. Danke erstmal, dass ich bei euch Gast sein darf. Ich arbeite mittlerweile seit fast zweieinhalb Jahren als Trend Analyst bei TRENDONE. Eigentlich bin ich der klassische Quereinsteiger. Vorher habe ich mein ganzes Berufsleben als Redakteur bei verschiedenen Nachrichten Websites verbracht. Da habe ich mich immer für verschiedene Technologien und Zukunftsthemen interessiert. Da habe ich auch immer wieder die TRENDONE Website besucht. Irgendwann bin ich auf ein Stellenangebot gestoßen, das ich nicht ablehnen konnte.

Peter von Aspern: Sehr gut. Wir freuen uns auch sehr, dass du bei uns bist. Erzählt doch ganz kurz, was deine Rolle und Aufgaben bei TRENDONE sind. Gib uns einen kurzen Einblick, wie ein Arbeitsalltag eines Trend Analysten aussieht.

Andreas Albert: Als Trend Analyst scoute und analysiere ich die Trends und Wandlungsphänomene und versuche dabei, aus den kleinen Veränderungen, die ich so erkenne, eine Ableitung zu extrapolieren, die dann zu Veränderungsprozessen führen und neue Möglichkeitsräume öffnen. Das nennen wir Micro-Trends. Mein Schwerpunkt liegt dabei auf technologischen Entwicklungen, weil das eben schon immer mein Steckenpferd war. Ich interessiere mich aber auch für Stadtplanung, Design und gesellschaftliche und soziale Prozesse im Allgemeinen. Ein typischer Arbeitstag ist momentan zuhause. Das schöne an dem Job ist aber, dass ich dabei viel lesen kann. Morgens schlage ich meistens viele Newsletter auf und suche da schon nach möglichen Micro-Trends. Dann geht es üblicherweise weiter mit einr Menge Blogs, Websites, News Aggregatoren und so. Wenn ich da mit Micro-Trends fündig geworden bin, nehme ich die in unsere Datenbank auf. Zu meinen Arbeiten gehört außerdem das Revidieren der Texte von Kolleginnen und Kollegen. Zudem schreibe ich Blogbeiträge und Trending Topics, die alle zwei Wochen erscheinen. Die geben nochmal einen Einblick auf gerade extrem stark wirkende Trends. In den vergangenen Monaten habe ich mich außerdem natürlich mit der Erstellung unseres neuen Trenduniversums beschäftigt.

Trenduniversum: Mega-Trend Künstliche Intelligenz (KI) und der neue Macro-Trend AI Trustability

Peter von Aspern: Trenduniversum ist auch genau das Stichwort, um das es heute gehen soll. Du hast dich im Rahmen deiner Arbeit in unserem neuen Trenduniversum ja unter anderem mit dem Mega-Trend Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigt. Das Thema ist nun schon länger in der Welt, die Versprechungen sind groß. Welche neuen Entwicklungen siehst du hier und welche Aspekte an diesem großen Mega-Trend-Thema werden relevanter?

Andreas Albert: Tatsächlich haben wir in unserem Mega-Trend Künstliche Intelligenz (KI) mehr als die Hälfte unserer Macro-Trends neu erstellt. Dabei ist beispielsweise AI Trustability dazu gekommen. Dabei geht es um das Vertrauen in die KI. Die Systeme nehmen den Menschen immer mehr Entscheidungen ab. Da sie selbstlernend sind, handelt es sich teilweise um eine Blackbox. Wissenschaftlerinnen wissen nicht mehr, wie die Algorithmen zu den Entscheidungen gekommen sind und wie die Prozesse aussehen. Die werden gefüttert. Nachher kommt etwas raus, womit möglicherweise niemand gerechnet hat. Das ist bei diesem AlphaZero auch so gewesen, dass dieser Algorithmus einen Zug gemacht hat, auf den ein Mensch bisher nie gekommen wäre. Wir wissen nicht, wie diese Entscheidungen zustande kommen. Dabei sind Vorurteile ein wichtiges Thema, die KIs im Lernprozess durch belastetes Ausgangsmaterial entwickeln. Es gibt neue Studien, die zeigen, dass sehr viel Material, mit dem KIs gefüttert werden fehlerhaft ist. Die KIs lernen das eben alles falsch. Das Thema AI Trustability ist dabei ein sehr wichtiges Thema. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Entwicklung von creative AI. Da erstellt die künstliche Intelligenz nicht nur die Playlists für unseren Musik und Filmkonsum wie Netflix und Spotify. Das geht darüber hinaus. Algorithmen erstellen inzwischen auch Musikstücke, Kunstwerke, Texte und teilweise schon Nachrichten.

Peter von Aspern: Vertrauen und Kreativität sind da also zwei ganz besondere Aspekte, die du gerade hervorgehoben hast, die den Mega-Trend künstliche Intelligenz stark prägen. Gibt es weitere Aspekte, die dir einfallen?

Andreas Albert: Ich finde noch die Tatsache spannend, dass sich KI immer stärker in unsere Lebenswelt einbringen, ohne dass wir davon etwas mitbekommen. Intelligente Assistenten wie Alexa oder Google Assistent haben schon so viel über uns gelernt, dass Unternehmen und politische Gruppierungen inzwischen mehr über uns wissen, als unsere Ärztinnen oder Lebenspartnerinnen. Das geht so weit, dass sie inzwischen in der Lage sind, unser Verhalten zu steuern. Das sieht man besonders bei einigen politischen Prozessen in den USA und UK. Das haben wir im Macro-Trend Predictive Analytics beschrieben.

TRENDONE Trenduniversum | Mega-Trend-Map Keyvisual

NEU: Trenduniversum und Mega-Trend Map

Das Trendframework für Innovationsmanager:innen: Das neue TRENDONE Trenduniversum verdeutlicht die Wirkungszusammenhänge von Mega- und Macro-Trends - vom Mega-Trend Künstliche Intelligenz (KI) über Consumerism 2.0 und Healthstyle bis zur Intelligent Infrastructure.

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Das Trenduniversum zeigt den Reifegrad sämtlicher Macro-Trends - welche sind bereits handlungsrelevant?

Peter von Aspern: Das ist spannend. Neu in unserem Trenduniversum ist, dass wir auch den Reifegrad dieser Macro-Trends bewerten. Kannst du mitnehmen, welche Macro-Trends für Unternehmen schon handlungsrelevant sind und einen hohen Reifegrad haben? Welche Themen sind noch eher weit weg? Du hast gerade angedeutet, dass manche Themen schon wirklich nah dran sind und bereits in unserem Alltag passieren.

Andreas Albert: Generell sollte sich jedes Unternehmen mit künstlicher Intelligenz auseinandersetzen. An dieser Technologie führt kein Weg vorbei. Dabei sind diese AI Assistants ein wichtiger Einstieg. Sie helfen inzwischen bei der Auswahl von Versicherungen, ersetzen meinen Innenarchitekten oder Modeberater. Die Möglichkeiten sind da fast grenzenlos. Für jedes Unternehmen ist da auf jeden Fall Potential. Damit muss man sich jetzt wirklich beschäftigen, wenn man es nicht schon getan hat. Das Thema technologische Singularität ist noch etwas weiter entfernt. Das ist der Zeitpunkt, an dem künstliche Intelligenz die Menschliche übertrifft. Dabei spricht man dann auch von einer starken KI, wovon wir noch Jahre entfernt sind. Momentan haben wir es mit einer sogenannten schwachen KI zu tun, die konkrete Anwendungen für uns erledigt. KIs lernen schnell, was zum einen durch die exponentiell wachsende Datenmenge und zum anderen durch die Entwicklung neuer neuromorpher Chips begründet ist. Diese Chips ahmen die Funktionsweise des menschlichen Gehirns nach und werden inzwischen schon in diversen Geräten eingesetzt.

Peter von Aspern: Der Chip ist auch im Apple iPhone drin.

Andreas Albert: Genau. Die Chips wandern inzwischen auch in die iPhones. Wir haben inzwischen auch KI Chips bei uns in der Tasche. Das funktioniert auch total klasse. Das treibt die Entwicklung nochmal ganz stark voran.

Peter von Aspern: Durch deine Arbeit als Trend Analyst hast du auch laufend die Micro-Trends und konkreten Beispiele, die sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigen. Was ist dir im Bezug auf Branchen aufgefallen? Gibt es auch bestimmte Branchen, für die dieses Thema besonders relevant ist oder Branchen, die weniger stark tangiert sind? Hast du dazu eine spontane Einschätzung?

Für welche Branchen ist das Thema Künstliche Intelligenz (KI) besonders relevant?

Andreas Albert: Ich würde sagen, die Mobilitätsbranche ist schon sehr stark von künstlicher Intelligenz abhängig, weil da auch rasche Entscheidungsprozesse stattfinden müssen. Die Medien werden glaube ich immer stärker von künstlicher Intelligenz betroffen. Das ist gerade die GPT-3, die schon stark Texte schreibt. Es gab im Guardian den Text Ich bin eine KI und habe diesen Text geschrieben. Das erkennt man inzwischen gar nicht mehr. Man kann da echt kaum noch Unterschiede feststellen. In Spielen gibt es schon sehr lange Künstliche Intelligenz. Da kann man nicht wirklich von künstlicher Intelligenz sprechen. Das wird aber immer stärker.

Peter von Aspern: Es ist ein spannendes Thema und auch spannend zu sehen, welche Aspekte da drin stehen, wie Vertrauen und Kreativität. Das sind zwei Aspekte, die man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so mit dem Thema Künstliche Intelligenz verknüpft. Daher ist es auf jeden Fall sehr spannend zu sehen, welche Macro-Trends wir wieder im Mega-Trend Künstliche Intelligenz im Trenduniversum entdecken können. Lass uns mal zu einem Thema aus einer ganz anderen Richtung, nämlich dem Mega-Trend Urbanisierung, kommen. Das Thema finde ich persönlich auch total spannend. Ich lebe wie du auch in Hamburg. Wir erleben beide in unserem Alltag, was das bedeutet. Es hat, gerade wenn man an Immobilienpreise denkt, nicht nur Vorteile, dass die Metropolen immer stärker wachsen. Nimm uns mal mit.

Welche Macro-Trends haben die größte Dynamik im Mega-Trend Urbanisierung?

Andreas Albert: Urbanisierung ist eines meiner persönlichen Lieblingsfelder. Trotz der ganzen Nachteile, die es mit sich bringt, bin ich überzeugter Stadtmensch. In den Städten hat sich schon länger ein Wandel abgezeichnet, der zu mehr Lebensqualität für die Bewohner führt. Wir haben den Trend Human Scale Cities genannt. Ein sehr sichtbarer Faktor dabei ist, dass Autos aus dem öffentlichen Raum in der Stadt immer weiter zurückgedrängt werden. Das funktioniert über die Reduzierung von Parkraum und die Schaffung von Rad Routen. Da sind wir in Hamburg und in Deutschland insgesamt noch weit hinter Städten wie Kopenhagen oder Paris. Die Marschrichtung ist da aber ganz deutlich zu sehen. Ein weiterer wirklich dynamischer Trend sind neue Lebenskonzepte. Die Kleinfamilie ist in der Stadt auf dem Rückzug. Dafür gibt es immer mehr Singles, die oft nicht mehr alleine wohnen möchten. Das sind nicht nur junge zuziehende Singles. Der Zuzug in die Städte ist ungebrochen. Das geht immer so weiter. Oft sind es ältere, die ihre Lebenspartner verloren haben oder sich im Alter nochmal getrennt haben. Das ist auch eine Entwicklung, die es so früher nicht gab. Da werden Konzepte wie Mehrgenerationenhäuser oder Wohnprojekte mit gemeinschaftlich genutzten Flächen immer wichtiger. Dazu gehören auch neue Mobilitätsformen. Da gewinnt die flexible Nutzung von Gebäuden krass an Bedeutung. Als Beschleuniger wirkt da auch die Covid19-Pandemie.

Peter von Aspern: Der Aspekt würde mich näher interessieren. Welchen Einfluss hatte die Corona Krise auf en Mega-Trend Urbanisierung gehabt? Wir haben schon in einer früheren Folge festgestellt, dass Corona generell als Katalysator für viele Trends funktioniert und viele Entwicklungen beschleunigt. Kannst du das für das Thema Urbanisierung auch so bestätigen?

Wirkt die Corona-Pandemie auch für das Thema Urbanisierung als Katalysator?

Andreas Albert: Unbedingt. Die aktuellen Maßnahmen zu Kontaktbeschränkung, Abstandswahrung und vielen Hygiene Regeln werden wir auch künftig in unserem Umfeld wieder finden. Das reicht von persönlichen Verhaltensmustern der Leute bis hin zu krassen Wandlungen bei Geschäftsmodellen. Einen Punkt hatte ich vorher schon angedeutet. Die Innenstädte werden sich radikal verändern. In Hamburg sind in der City beispielsweise viele Straßen für den Autoverkehr gesperrt. Fußgänger und Radfahrer bekommen mehr Raum. In Hamburg gibt es sogar Überlegungen, Teile der Universität in die Innerstadt zu verlagern, um da Leben und junge Leute reinzubringen und die Innenstädte attraktiver zu machen. Das ist kein völlig neuer Prozess. Die Innenstädte klagen schon vor Corona lange über den Rückgang oder Verfall. Der Prozess wird jetzt aber erheblich beschleunigt.

Peter von Aspern: Der Boom des E-Commerce geht natürlich zu Lasten der Innenstädte. Das mit der Uni ist ja auch interessant. Ich erinnere mich noch, dass vor zwei oder drei Jahren oder vielleicht etwas früher die Diskussion war, dass die Uni raus aus der Innenstadt soll, weil die Fläche so wertvoll ist. Das hat sich jetzt genau gedreht.

Andreas Albert: Genau. Inzwischen hat sich das genau umgekehrt. Durch Corona sind viele Leute aufgewacht und haben gesehen, dass keiner mehr in die Stadt kommt. So wie die Innenstädte wegen den Lockdowns jetzt aussehen, könnte es in zehn Jahren aussehen, wenn nichts passiert.

TRENDONE Sandro Megerle, Senior Trend Analyst

Trendcall - kostenfreies Webinar für Trends & Innovationen

Einmal im Monat stellt TRENDONE Senior Trend Analyst Sandro Megerle die fünf wichtigsten Trends vor. In diesen kompakten 45-minütigen Webinaren erfahrt ihr alles zu den Hintergründen der Trends und lernt auch die Auswirkungen auf Unternehmen und auf unterschiedliche Branchen kennen.

Den Trendcall führen wir bereits seit März 2019 durch und Monat für Monat nehmen dort mehr als 150 Personen teil. Wenn ihr euch zum Trendcall anmelden wollt, folgt uns bei LinkedIn. Dort posten wir alle Informationen zur Anmeldung und geben euch schon vorab Einblicke in die Themen.

Urbanisierung auf der Micro-Trend-Ebene und der korrelierende Mega-Trend Intelligent Infrastructure

Peter von Aspern: Absolut. Hast du noch konkrete Beispiele, vielleicht auf Micro-Trend Ebene, die dir einfallen und paradetypisch für diese Entwicklung sind und das schön widerspiegeln?

Andreas Albert: Gerade in der Mikromobilität sehe ich da viele Wandlungen. An jeder Ecke stehen inzwischen E-Scooter mit denen ich schneller in die Innenstadt komme. Hier in Hamburg gibt es verschiedene Car- und Ride Sharing Optionen. Das sind so Dinge, die dafür sorgen, dass wir möglichst schnell doch in die Innenstädte kommen und Mobil bleiben, auch wenn wir nicht mehr den Individualverkehr haben.

Peter von Aspern: Ein Thema, das nah am Thema Urbanisierung dran liegt, ist natürlich Infrastruktur. da haben wir den Mega-Trend Intelligent Infrastructure. Der ist natürlich ein großer Baustein für die Lösung der Herausforderung in der Urbanisierung, dass wir auch entsprechend intelligente Infrastrukturen bauen, wozu ja auch Verkehrslösungen ein Baustein sein können. Welche Themen würdest du hier besonders hervorheben, wenn wir uns den Mega-Trend intelligent Infrastructure noch ein bisschen anschauen?

Andreas Albert: Eine wichtige Herausforderung dabei ist tatsächlich die Mobilität. Wenn der Individualverkehr aus der Stadt herausgehalten werden soll, muss es unbedingt Alternativen geben. Dabei spielen natürlich Technologien mit schnellen Datenübertragungen eine extrem wichtige Rolle. Wir erleben gerade den Rollout der 5G Standards, des schnelleren Internets als bisher. Das macht viele Anwendungen möglich, die vorher nicht denkbar waren. Wir haben den Macro-Trend Advanced Network Tech genannt. Dazu gehört auch die Durchleitung von Energie. In intelligenten Stromnetzen werden dann halt die Erzeugung, Verbrauch und Speicherung von Strom gesteuert. Das ist natürlich in der Energiewende extrem wichtig, weil wir zunehmend auf erneuerbare Energien bauen.

Hamburg entwickelt sich bis 2030 zur 15-Minuten-Stadt

Peter von Aspern: Gibt es spontan spannende Micro-Trends, die dir einfallen, die dir besonders aufgefallen sind, als du dich mit dem Mega-Trend intelligent Infrastructure beschäftigt hast?

Andreas Albert: Ja. Neben dem Smart Grip und den Energie Speichersystemen finde ich vor allen Dingen auch die autonomen Mobilitätssysteme spannend. Da gibt es gerade in Hamburg erste Versuche mit autonom fahrenden Bussen, die vom Regionalen Verkehrsverbund im öffentlichen Raum durchgeführt werden. Es ist also nicht mehr nur auf einen Parplatz oder ein Unternehmensgebiet begrenzt. Es ist tatsächlich so, dass die Busse schon hier durch die Hafen City fahren, aber ohne Passagiere. Als Stadtbewohner ohne Auto bin ich auch Fan von Mobilitätslösungen jenseits Bus und Bahn. Hier bin ich sehr verwöhnt, weil ich auch sehr innenstadtnah wohne und ein gutes Netz zur Verfügung habe. Ich hatte es vorhin schon angesprochen. Da ist auch Micromobility extrem wichtig. Beispielsweise habe ich vor meiner Haustür eine StadtRAD-Station. Direkt gegenüber habe ich eine Parkfläche für Carsharing, wo ich Autos ausleihen und wieder hinstellen kann. An jeder Ecke stehen eben auch Elektroroller, die ich nutzen kann. Hamburg ist auf dem Weg, bis 2030 eine 15-Minuten-Stadt zu werden, sodass ich in 15 Minuten alles erreichen kann, was ich brauche, also Lebensmittelversorgung, Gesundheitswesen. Da sind wir auf dem Weg hin. Mein Stadtteil ist schon lange soweit. Anderswo ist aber wohl noch viel Arbeit nötig.

Peter von Aspern: Du meinst 15 Minuten ohne Auto?

Andreas Albert: Genau. Alles ist in 15 Minuten zu Fuß zu erreichen.

Peter von Aspern: Das ist in den periphereren Stadtteilen wahrscheinlich eine größere Herausforderung. Du wohnst ja recht zentral, da hast du viel vor der Haustür.

Andreas Albert: Ich bin da recht verwöhnt. Das macht das Stadtleben für mich so angenehm, dass ich in 15 Minuten alles erreichen kann, was ich will.

Intelligent Infrastructure oder per Smart Grip zum Prosumer

Peter von Aspern: Wir haben gerade viel über öffentlichen Personennahverkehr und Mobilitätslösungen gesprochen. Viele dieser Themen haben für Stadtverwaltung und Versorgungsunternehmen eine große Relevanz. Für wen sonst sind solche Themen noch relevant?

Andreas Albert: Intelligent Infrastructure betrifft zunächst jeden Bewohner. Wir brauchen alle Strom, Wasser und schnelles Internet und Mobilfunk. Die Grundbedürfnisse müssen einfach abgedeckt sein. Das meiste, außer schnellem Internet und Mobilfunk, ist für uns in Deutschland selbstverständlich. Das ist in manchen Ländern teilweise komplett anders. Da sind tägliche Stromausfälle ein tägliches Ritual. Darüber hinaus ist das Thema für Grundstücksbesitzerinnen und Besitzer sowie Mobilkonzerne sehr interessant. Gerade im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien können sie auf dem Dach Strom erzeugen, den sie einspeisen und selbst nutzen können. Über dieses Smart Grip werden sie zu Prosumern. Sie konsumieren selbst, stellen aber auch selbst her. Eine interessante Option dabei ist, Elektroautos als Energiespeicher zu nutzen. Wenn tagsüber die Sonne scheint, weiß ich nicht, wohin mit dem Strom. Ich kann ihn aber beispielsweise in der Batterie meines Elektroautos speichern. In der Nacht kann ich die gespeicherte Energie für den Kühlschrank oder so nutzen. Hinzu kommt, dass sich über das 5G Netz autonome Fahrzeuge sowie Produktionsprozesse in Fabriken steuern lassen. Davon profitieren auch Sharing Dienste und in diese Angebote steigen auch immer mehr Autohersteller ein. Bei deutschen Herstellern ist es so, dass sie bei Car und Ride Sharing eine gute Möglichkeit sehen, den Elektroanteil ihrer Flotten zu steigern. Ein letzter Punkt ist, dass Energie durch und mit IT ein wichtiges Thema ist, das uns alle angeht und die kommenden Jahre viele beschäftigen wird.

Corona-Krise, Remotisierung und die Auswirkungen auf die Innenstädte

Peter von Aspern: Vielen Dank. Als Abschlussfrage würde mich interessieren, welchen Impact die Corona-Krise auf dieses Thema hatte. Wir haben gesehen, dass durch die Remotisierung, dass Menschen also von überall aus arbeiten können, die Nähe zu Büros in Innenstädten nicht mehr ganz so wichtig ist. Würdest du sagen, dass die Sogwirkung der Innenstädte bleibt oder geringer wird? Gibt es eigentlich auch Lösungen im Bereich der intelligenten Infrastruktur für den ländlichen Raum oder ist das ein dem urbanen Raum vorbehaltenes Thema?

Andreas Albert: Du sprichst einen guten Punkt an. Natürlich wird immer weniger Bürofläche gebraucht. HSBC in UK will beispielsweise 40 Prozent der Bürofläche reduzieren und die Leute müssen nicht mehr pendeln. Das ist für alles gut. Straßen und Verkehr werden entlastet, was zu besserer Luft und mehr Lebensqualität für Bewohner, die in der Stadt mehr Platz haben, führt. Man sieht an den engen Gehwegen, dass Städte damals für Autos und nicht Menschen geplant wurden. Menschen sind so weit, dass sie gemerkt haben, dass es so nicht geht. Menschen müssen in den Mittelpunkt gerückt werden. Wenn man sich die engen Rad- und Fußgängerwege anguckt, die sich den Platz auch noch teilen müssen, funktioniert es heute einfach nicht mehr. Deswegen bedeutet weniger Pendeln mehr Lebensqualität. Es wird trotzdem weiteren Zuzug in die Stadt geben. Es wird aber genauso Leute, wie vor allem Kleinfamilien geben, die Wohnraum in Städten wie gerade Hamburg, München und Berlin unglaublich teuer finden. Das wissen alle Leute, die in Metropolregionen wohnen, wie unglaublich hoch die Mieten und auch die Eigentumskosten sind. Viele überlegen sich gerade mit Kindern, weiter rauszuziehen und von günstigen Preisen zu profitieren. Weil nicht jeder jeden Tag pendeln muss, braucht man vielleicht nicht mehr zwei Autos. Der eine pendelt montags und dienstags und der andere mittwochs und donnerstags. Das führt zu erheblichen Einsparungen. Das ist glaube ich daher auch ein Trend. Außerdem ist das Leben auf dem Land wieder attraktiver durch Mobilitätskonzepte. Momentan zuckeln ja noch Busse komplett leer alle zwei Stunden durch die Dörfer. Das ist wenig performant. Da können auch autonome Fahrzeuge oder andere Mobilitätssysteme hier ein bedarfsgerechtes Angebot bieten. Wenn cih von meinem Dorf weg will, lasse ich über meine App ein autonomes Auto kommen. Wenn ich was größeres transportieren will, wird es eben ein größeres Auto. Es ist so, dass diese Ride und Car Sharing Dienste sich stark auf die Innenstädte konzentriert haben. In Hamburg sind die gerade da konzentriert, wo es nicht nötig ist, da es starken öffentlichen Nahverkehr gibt. Die Randgebiete sind aber noch nicht so gut abgedeckt. Das kommt aber auf jeden Fall. Landleben wird attraktiver. Auch da ist eine gute Infrastruktur, besonders bezüglich Internetverbindung wichtig. Durch 5G und Satellitenangebote wird das in nächster Zeit glaube ich ganz gut abgedeckt. Das ist eine sehr wichtige Entwicklung.

Peter von Aspern: Cool. Ich danke dir sehr für diese Insights und Ausflüge in die Mega-Trends Künstliche Intelligenz, Urbanisierung und intelligente Infrastruktur, Andreas. Es war sehr spannend da tiefer rein zu tauchen und zu schauen, welche Macro-Trends besonders spannend sind oder werden. Vielen Dank, Andreas.

Andreas Albert: Gerne. Vielen Dank dir und euch und bis zum nächsten Mal.

Peter von Aspern: Genau. Sehr gerne. Tschüss.

TRENDONE Trendmanagement Webinar mit Senior Innovation Advisor Torsten Rehder

Trendmanagement-Webinar "Learning from the Corporates"

In unserem kostenfreien Trendmanagement-Webinar erfahrt ihr, was kleinere und mittlere Unternehmen von Konzernen auf dem Gebiet Trendmanagement lernen können.

Learning from the Corporates: In diesem kompakten 45-minütigen Webinar stellt euch TRENDONE Senior Innovation Advisor Torsten Rehder die zentralen Erfolgstreiber vor und zeigt euch, wie ihr sie mit geringem Zeit- und Budget-Aufwand umsetzen könnt.

Mit dem Wissen seid ihr in der Lage, ein wirksames Trendmanagement auch in eurem Unternehmen aufzubauen.

Der Mega-Trend Woke Culture und seine sieben korrelierenden Macro-Trends

Sebastian Metzner: Hallo Anika. Herzlich willkommen bei uns im Podcast. Schön, dass du heute mit dabei bist.

Anika Hamester: Hi, Sebastian. Ich freue mich auch sehr, hier zu sein.

Sebastian Metzner: Heute reden wir ja über das neue Trenduniversum und die neuen Mega- und Macro-Trends. Stelle dich zu Beginn doch kurz vor. Wer bist und was machst du bei TRENDONE?

Anika Hamester: Gerne. Ich bin Anika Hamester, Innovation Advisor bei TRENDONE und gebe Keynotes. Ich bin Projektleitung in der Inspiration Unit. Wir haben besonders in den letzten Monaten viel an unserer virtuellen Event Plattform Stage City gearbeitet. In den letzten Monaten konnte ich außerdem auch viel in der Redaktion in unseren Trend Services mithelfen. Dort haben wir das neue Trenduniversum gestaltet und geschrieben.

Sebastian Metzner: Genau das ist das heutige Thema. Kurz zu dir die Frage, was dich so stark an dem Umgang mit Trends und Innovationen fasziniert.

Anika Hamester: Mir gefällt an Trends am besten, dass sie so dynamisch sind. Ich finde es super interessant, mich mit der Zukunft auseinanderzusetzen, verschiedene Perspektiven einzunehmen, zu sehen was zukünftig alles möglich sein kann. Das ist extrem abwechslungsreich und spannend. Es bringt sehr viel Spaß, damit jeden Tag zu arbeiten.

Sebastian Metzner: Also fühlst du dich vielleicht ein bisschen wie Christoph Kolumbus, der jeden Tag auf neue Entdeckungsreise geht und Amerika entdeckt. Ging es dir bei der Arbeit am Trenduniversum so, dass du eine Vielzahl an neuen Dingen kennengelernt hast und spannende Sachen mitgenommen hast?

Anika Hamester: Wenn es gut läuft fühlt man sich wie Kolumbus. Man lernt wirklich jeden Tag neue Dinge. Wir arbeiten auch viel im Team zusammen und haben Kollegen, die auf unterschiedliche Dinge und Themen spezialisiert sind. Es ist auch total spannend, dann was von den Kollegen zu lernen und in unserem Trenduniversum verschiedene Themen nachzuschauen. Da kann man sich in allen Bereichen täglich inspirieren lassen.

Sebastian Metzner: Gucken wir mal ein bisschen in das Trenduniversum rein. Du hast relativ intensiv an dem Mega-Trend Woke Culture mitgearbeitet.  Woke wird w o k e geschrieben. Kannst du uns kurz ein bisschen hinter die Kulissen von Woke Culture blicken lassen? Welcher Wandel liegt darunter und was genau versteht man unter Woke Culture?

Anika Hamester: Bei Woke Culture geht es um gesellschaftlich politische Trends und den Wandel an Aufmerksamkeit, der bestimmten politisch gesellschaftlichen Themen zukommt. Man kann Veränderungen in den Denk- und Verhaltensweisen der Gesellschaft beobachten. Das geht in ganz unterschiedliche Themen rein. Viele Themen beschäftigen sich zum Beispiel mit der Vielfalt und den Unterschieden der Menschen. Das rückt gerade im Themenbereich Individualisierung in den Vordergrund. Andererseits steigt zum Beispiel auch stark das Bewusstsein für Chancengleichheit und Diskriminierung. Es gibt viele marginalisierte Gruppen, die öffentlich aktiver werden und für ihre Chancengleichheit kämpfen. Damit beschäftigt sich die Woke Culture auch. Ich würde sagen, dass ich auch Teil der Woke Culture bin, weil ich mich mit diesen gesellschaftlich politischen Themen, die in den Mittelpunkt rücken, auseinandersetze und versuche, da möglichst wach- und achtsam zu sein

Sebastian Metzner: Sehr gut. Der Mega-Trend Woke Culture splittet sich in insgesamt sieben Macro-Trends auf. Die unterschiedliche Aufteilung haben wir euch in der letzten Folge kurz erklärt. Wenn ihr nochmal reinhören wollt, wo die Unterschiede zwischen Mega und Macro-Trend sind, dann müsst ihr nochmal in die letzte Folge reinhören. Die sei euch ans Herz gelegt. Wie gesagt hat Woke Culture als Mega-Trend sieben Macro-Trends. Dabei ist unter anderem Diversity, Awareness, Inclusive Design und viel mehr dabei. Anika, du hast die Themen gerade ein bisschen anklingen lassen. Du hast persönlich stark am Macro-Trend Neo-Politics mitgearbeitet. Schauen wir da vielleicht ein bisschen hinter die Kulissen. Was genau ist Neo-Politics und welche Aspekte sind hier besonders spannend?

Anika Hamester: Das Thema und der Trend hat mich besonders interessiert, weil ich Politikwissenschaft studiert habe. Daher finde ich es auch ganz spannend, in der Sparte im Trendbereich weiterzuarbeiten. Bei Neo-Politics geht es eigentlich um gesellschaftlichen Wandel in Richtung Politik und die Neuformung von Demokratie und was neue technologische Entwicklungen für die Demokratie bedeuten. Da spielt Social Media zum Beispiel eine ganz große Rolle. Es geht auch um die großen Tech-Konzerne, die dadurch, dass sie auf den Plattformen, die ihnen gehören den politischen Austausch kontrollieren können, einen immer größeren Einfluss gewinnen. Es geht auch darum, welche Auswirkungen diese Dinge auf unser politisches System haben.

Macro-Trend Neo-Politics - handlungsrelevant für Innovationsmanager:innen?

Sebastian Metzner: Mir ist am besten in Erinnerung geblieben, dass Twitter kurz vor Ende von Trumps Präsidentschaft schnell seinen Twitter Account gesperrt hat. Da hat man Twitter vorgeworfen, dass das jetzt ein bisschen spät sei und sie es hätten früher machen sollen. Jetzt, wo die Abwahl klar ist, traut ihr euch damit raus. Ist das etwas, was aus deiner Einschätzung in diesen Macro-Trend reinfallen würde?

Anika Hamester: Auf jeden Fall. Das meinte ich auch gerade mit Einfluss nehmen. Da wo die politische Kommunikation heute stattfindet, also auf sozialen Plattformen, haben die betreibenden Firmen auch die Macht, zu beeinflussen, was da gezeigt wird. Natürlich sollte da hauptsächlich Meinungsfreiheit und keine große Zensur herrschen. Gerade mit der Aktion, die beispielsweise Twitter gebracht hat, beeinflussen sie natürlich die öffentliche Wahrnehmung von Politikern und dem, was Leute auf ihrer Plattform lesen können.

Sebastian Metzner: Fallen dir noch weitere Beispiele ein, wo du sagst, dass wir Neo-Politics in drei bis fünf Jahren im Alltag zu spüren bekommen könnten?

Anika Hamester: Ich habe mich da viel mit meinem Kollegen Sandro drüber unterhalten, der mir ein Beispiel genannt hat, das ich auch in unserem Trendexplorer gefunden habe. Da ging es um die Wahlregistrierung im Sneakers Store. Das fand ich ganz interessant. Ich glaube, dass dadurch, dass Social Media Teil unseres Alltags ist, wird Politik immer mehr Teil unseres Alltags werden. Die Politik wird auch in anderen Bereichen zugänglich sein, wie beispielsweise die Wahlregistrierung im Sneakers Store. Ein anderes Beispiel sind Computerspiele. Fortnight ist beispielsweise auch ganz weit vorne. In Dingen, die man in seiner Freizeit tut, wird gerade auch die jüngere Generation mit Politik in Verbindung treten.

Sebastian Metzner: Das Stichwort ist da der Wertewandel. Das Politikinteresse gerade bei der jüngeren Zielgruppe steigt vielleicht wieder. In Deutschland gab es eine Politikverdrossenheit. Ich will auf das Thema hinaus, wie handlungsrelevant solche Macro-Trends wie Neo-Politics sind, wenn man in den Bereich Innovationsmanagement schaut. Mir geht es darum, von dir zu erfahren, wie du einschätzt, wie stark handlungsrelevant dieses Phänomen jetzt für Innovationsmanager:innen ist.

Anika Hamester: Ich finde es generell immer schwierig, bei gesellschaftspolitischen Trends zu sagen, wie handlungsrelevant sie tatsächlich sein werden, da etwas wie Politik auch immer übergeordnet ist. Politik hat natürlich immer Einfluss, sowie auch das Verhalten der Gesellschaft. Ich würde deswegen grundlegend sagen, dass es auf jeden Fall Handlungsrelevant ist, gerade in Richtung der Positionierung von Unternehmen. Leute erwarten immer mehr, dass sich Unternehmen politisch positionieren. Das geht auch in andere Makros rein, die unter Woke Culture fallen, wie beispielsweise Total Transparency. Da wird erwartet, dass sich Unternehmen auch mit Politik auseinandersetzen und transparent sind.

Sebastian Metzner: In Deutschland ist das zentrale Lobbyregister das große Stichwort, das die wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen auflegen soll. Da hat sich die Bundesregierung in dieser Legislatur ein bisschen durchgerungen, noch stärker Transparenz herzustellen. Wie du sagst, ist es auch für Unternehmen eher ein strategisch relevanter Trend, der vor allem auf der von dir genannten Ebene durchdacht werden muss und kommunikativ durchdacht werden muss. Es klingt für mich wie ein neuartiger Hygiene-Faktor, den man als Unternehmen immer wahrnehmen sollte.

Anika Hamester: Ich muss da auch an Ben and Jerry’s denken, denen ich auf Instagram folge. Die waren schon vorher politisch aktiv und positioniert. Aber gerade seit der Black Lives Matter-Bewegung sind sie in ihrer Kommunikation sehr klar und finden damit auch großen Anklang, weil es auch um Ungerechtigkeit und Chancengleichheit geht. Das ist mir gerade dazu eingefallen.

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Was meint der Mega-Trend Seamless Commerce?

Sebastian Metzner: Auch zentrale Werte, die im Kern des Unternehmens stehen, könnten wie auch Kommunikation und das Stichwort Glaubhaftigkeit dort eine Rolle spielen. Ich würde sagen, wir gehen zum nächsten Mega-Trend über, der mit Seamless Commerce überschrieben ist. Lass uns da ein bisschen reingucken. Was genau ist Seamless Commerce? Ich frage mich, ob auch Corona eine Auswirkung auf das, was im ganzen Kaufverhalten spielt, hat?

Anika Hamester: Bei Seamless Commerce geht es grundlegend darum, dem Kunden eine möglichst einfache und erlebnisreiche Customer Journey zu vermitteln. Dazu gehört zum Beispiel auch Retail Automation, Hybrid Instore Experiences, Omnichannel Presence. Es sind viele unterschiedliche Dinge, die die Unternehmen verbinden müssen, um dem Kunden eine möglichst gute Kauferfahrung zu schaffen. Ich glaube, die Pandemie hatte darauf auf jeden Fall einen großen Einfluss. Man merkte, dass alle viel mehr online kaufen und bequemer werden und beim kaufen einen gewissen Komfort erwarten. Es steigt auch der Wettbewerbsdruck. Die Marken müssen jetzt mehr als je zuvor daran legen, die Einkaufserfahrung der Konsumenten und Konsumentinnen in den verschiedenen Kanälen zu optimieren.

Sebastian Metzner: Ich glaube, dass Online- und Offline-Handel auch nach Corona noch stärker zusammenwachsen wird. Gewisse Umsatzanteile sind für immer in den online Handel abgewandert, die man nicht mehr zurück in den offline Handel bringen wird. Die Frage ist auch, was eventuelle Anreize sind, die dem Konsumenten am Point of Sale angeboten werden könnten, sodass sie wieder in die Läden strömen. Die Rebound Effekte sind sicherlich nur kurzfristig. Du hast gerade den Macro-Trend Hybrid Instore Experience erwähnt. Ist das etwas, das einen Anreiz darstellen könnte?

Macro-Trend Hybrid Instore Experience

Anika Hamester: Genau darum geht es bei dem Macro-Trend. Dem Kunden wird ein Anreiz gesetzt, im stationären Handel einzukaufen. Der stationäre Handel muss in die digitale Customer Jurney miteinbezogen werden. Das machen Unternehmen mit einem möglichst erlebnisreichen und komfortablen Einkaufserlebnis. Es muss auch hauptsächlich etabliert werden, um mit der online Konkurrenz mithalten zu können und weil aus dem online Handel auch viele Daten genutzt werden können, die im stationären Handel auch eine Rolle spielen, um sich gerade auf den Kunden einzuschließen und ein möglichst personalisiertes Einkaufserlebnis zu schaffen. Da gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten der Umsetzung durch Marken und Unternehmen.

Sebastian Metzner: Das wäre meine nächste Frage gewesen. Kannst du uns Praxisbeispiele der Umsetzung nennen?

Anika Hamester: Ein sehr faszinierendes Beispiel von den immer neuen Micro-Trends in unserem Explorer ist das House of Innovation von Nike. Die haben ein House of Innvation in New York, Paris, und ich glaube auch in Shanghai. Im House of Innovation bei Nike spielen sie viel mit Augmented Reality (AR) Elementen und Gamification Elementen, sodass Kunden in den Laden kommen und auch eine digitale Customer Jurney oder ein digitales Special dazu bekommen. Die spielen dann etwas, können zum Beispiel zusätzliche Informationen über AR abrufen. Wenn sie diese Game Parkour überstanden haben, bekommen sie ein bestimmtes Geschenk, was manchmal auch ein AR ist, oder ihnen wird ein bestimmtes Modell zur Verfügung gestellt. Das macht Nike viel. Ich finde auch sehr interessant, dass im Nike Store hyperlokales Marketing ist. Die haben einen riesigen Screen, auf dem man aktuelle Sport Spiele sehen kann. Da läuft irgendein Football Game. Man kann in Echtzeit die Produkte sehen, die die Spieler tragen. Die werden einem im Store angezeigt. Das ist natürlich super komfortabel für den Kunden, zu sehen, dass sein Lieblingsfootballspieler gerade diese Schuhe spielt. Dann bekommt man direkt angezeigt, wo im Store sich dieser Schuh befindet. Auch Gewinnspiele sind integriert. Es gibt digitale Ankleidekabinen. Man kann durch das Tracking vom Kunden und das Nutzen der Daten sowie den online Handel, in super individuelles und figitales oder figital Erlebnis für den Kunden schaffen.

Sebastian Metzner: Siehst du das als cleveres Marketing, das Unternehmen machen, um vor allem jüngere Zielgruppen abzuholen oder glaubst du, dass es in den nächsten drei bis fünf Jahren sogar Bestandteil neuer Geschäftsmodelle sein wird?

Du hast AR und VR genannt, glaubst du, dass es da Potentiale für neue Geschäftsmodelle geben wird?

Anika Hamester: Momentan ist es einfach viel Marketing, um einfach dieses Erlebnis zu schaffen. Das ist auch allgemein ein großes Thema und gehört zur Experience Culture dazu. Das ist ein weiterer unserer Macro-Trends. Leute gehen irgendwo hin und warten da, dass sie auch im Alltag besondere Dinge erleben, wie auch beim Einkaufen. Daher spielt viel Marketing mit rein. Soviel Mühe, wie da reingesteckt wird, würde ich sagen, dass es da auf jeden Fall Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle gibt und viele neue Technologien verwendet werden können, die dafür sorgen, dass da etwas neue entsteht.

Sebastian Metzner: Vielleicht werden zukünftig noch mehr Erlösströme generiert. Stichwort ist Verkauf von virtuellen Produkten, der vielleicht doch eine größere Rolle spielen wird. Das sehen wir gerade mit den NFT Tokens, die da eine größere Rolle spielen. Auch ich glaube, dass diese Experience jetzt natürlich noch stark an die digitale Übersetzung ins Analoge gebunden ist, dass zukünftig aber auch viele digitale Services in so einem Laden angeboten werden können. Wenn ich dann in einem Premium Club Mitglied bin, wie Amazon Prime, bekomme ich vielleicht auch in einem Store wie dem House of Innovation bei Nike einen ganz anderen Service oder ganz andere Dinge angezeigt. Ich glaube, dass wir da noch sehr viel in der Zukunft erleben werden.

Anika Hamester: Definitiv. Ich sehe da auch stark die Verbindung zum ganzen Gaming Bereich, was ich auch immer sehr interessant finde, dadurch, dass der Gaming Bereich und Avatare immer wichtiger werden, gerade wo wir uns momentan viel online aufhalten. Super viele Marken entwerfen schon Kollektionen für Avatare und Spiele wie Fortnight. Das finde ich eine super interessante Entwicklung.

Sebastian Metzner: Ich persönlich finde es nicht mehr so spannend. Trotzdem ist es eine Entwicklung, die viel Potential hat, das man nicht unterschätzen sollte. Das wollte ich sagen. Nur weil ich es am eigenen Körper noch nicht richtig nachvollziehen kann, sollte man es nicht nach unten ranken, sondern am Ball bleiben. Das ist ein häufig gemachter Fehler. Wenn man die Information oder den Trend nicht richtig kennt und nicht am eigenen Leib erlebt, sagt man, dass es keine Rolle spielt. Das ist genau die Gefahr. Lass uns zum Abschluss in den dritten Mega-Trend schauen. Der heißt Consumerism 2.0. vielleicht nimmst du uns da nochmal in die Kernaussagen mit rein. Was verbirgt sich hinter diesem Mega-Trend?

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Mega-Trend Consumerism 2.0 - was ist darunter zu verstehen?

Anika Hamester: Beim Mega-Trend Consumerism 2.0 geht es hauptsächlich um neue Verhaltensmuster der Konsumenten, die von unterschiedlichen Entwicklungen geprägt sind. Diese Entwicklungen sind beispielsweise die erhöhte Nutzung sozialer Medien, demografische Veränderung der Veränderung. Die Bevölkerung wird gerade in Deutschland immer älter. Es geht um einen bestimmten sich entwickelnden Sinn der Ästhetik sowie den Wunsch nach einem ausgeglichenen und erlebnisreichen Alltag. Es sind also sehr viele unterschiedliche Sachen zusammen.

Sebastian Metzner: Die sind quasi im Mega-Trend gebündelt. Ich habe etwas über die Macro-Trends rüber geguckt. Es sind fünf Stück. Weil ich es noch nicht kannte und es ein neuer Macro-Trend ist, sprang mir sofort der Trend Healthy Habits ins Auge. Was für ein Wandel verbirgt sich dahinter?

Anika Hamester: Healthy Habits ist ein weitergeführter Trend aus dem alten Trenduniversum Fitness Lifestyle. Ich glaube, so hießt er. Es geht allgemein um das Streben nach einem gesünderen Alltag. Dazu gehört der klassische Fitness Lifestyle und Sport Apps. Es geht aber auch um viele andere Hilfsmittel, die da jetzt genutzt werden sowie auch besonders um mentale Gesundheit. Es geht um Achtsamkeitsübungen, Selfcare, Mental Wellness und alle Entwicklungen, die um diesen Fitness Lifestyle noch herumgewachsen sind und auch für einen gesünderen Alltag sorgen. Es geht halt darum, diese gesundheitsfördernden Hilfsmittel regelmäßig im Alltag zu nutzen.

Sebastian Metzner: Es gibt auch Micro Habits, nicht nur Healthy Habits. Es ist ein größeres Buch veröffentlicht worden. Häufig machen schon die kleinen Dinge die großen Unterschiede und die Gewohnheiten, die man prägen will. Es ist interessant, wie sich die Definition von Gesundheit in den letzten zahn Jahren verändert hat. Früher warst du gesund, wenn Krankheit abwesend war. Das hat sich schon lange geändert. Heute ist Gesundheit die Suche nach Zufriedenheit, Wohlbefinden, Selbstoptimierung. Das spielt eine große Rolle. Für welche Zielgruppen ist das ganze Thema Healthy Habits interessant?

Anika Hamester: Ich würde sagen, dass der Trend generell alle Zielgruppen anspricht und über alle Generationen hinweg geht. Generation Y pusht natürlich Social Media sehr. Bei Generation X und den Babyboomern wird auch mit auf den Zug aufgesprungen. Das ist gemäß unseres Macro-Trends Ageing Consumers, in dem wir auch beschreiben, dass die ältere Generation als Markt immer wichtiger wird, da sie auch immer technologie-affiner wird und auch up to date bleiben will. Es geht um Anwendungen für jede Generation. Deswegen ist die Relevanz des Trends auch so groß. Die Zielgruppe ist einfach so groß und man kann da super viel personalisieren.

Für welche Branchen sind die Healthy Habits interessant und auch relevant?

Sebastian Metzner: Zum Abschluss frage ich mich, ob es Branchen gibt, die für Healthy Habit besonders interessant und relevant sind?

Anika Hamester: Zu jedem Macro-Trend haben wir im Trenduniversum auch Opportunities und Challenges zu bestimmten Branchen ausgearbeitet. Bei dem Trend habe ich dafür einmal Consumer Goods und einmal Media and Entertainment ausgesucht. Für Consumer Goods ist der Trend besonders interessant, weil es allgemein die Entwicklung hin zu Abo Modellen gibt. Die Bereitschaft steigt, sich langfristig an Unternehmen, Angebote und Services zu binden. Andererseits ist es natürlich eine Chance für Sportmarken und gerade für Leister und Fitness Influencer, den Markt da zu erkunden und ihre Produkte und Services zu erweitern, weil die Nachfrage so hoch ist. Ich glaube, mittlerweile gibt es fast keinen Fitness Influencer mehr, der keine eigene Sportapp hat. Jeder macht da sein Workout Programm oder kooperiert mit Achtsamkeitsjournals. Da ist das Potential auf jeden Fall sehr groß. Ich würde Richtung Media and Entertainment sagen, dass Kooperation mit Unternehmen anderer Branchen im Vordergrund steht. Da tut sich die Möglichkeit für neue multimediale Angebote auf. Es gibt da auch ein ganz großes Potential. Ich musste da beispielsweise an Peloton denken, die jetzt mit Beyoncé kooperieren und man zu den Songs und vielleicht auch mit Beyoncé diesen Cycling-Kurs machen kann. Genau um sowas geht es.

Sebastian Metzner: Sie suchen nach einem Super-Influencer. Sie suchen nicht nur nach Kooperationen mit fremden Marken, sondern wollen alle ihre eigenen Produktlinien an den Start bekommen. Das sehe ich auf jeden Fall auch. Damit sind wir am Ende angekommen. Vielen Dank, dass du uns durch diese drei Mega- und die vielen Macro-Trends geführt hast, Anika. Ich gucke mir auf jeden Fall die Ben and Jerry’s Kampagne an, weil ich es sehr interessant fand, wie Ben and Jerry’s diesen Wertewandel der Politik mit ihren Produkten verknüpft. Das nehme ich heute mit. Gleich werde ich nochmal nach Peloton und Beyoncé gucken, weil ich das auf jeden Fall spannend finde. Das war großartig. Vielen lieben Dank, Anika.

Anika Hamester: Vielen lieben Dank auch, dass ich dabei sein konnte. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich freue mich schon darauf, wenn unser neues Trenduniversum online geht und man es in seiner ganzen Größe betrachten kann.

Sebastian Metzner: Super. Dann mache es gut. Tschüss.

Arbeiten mit Trends und digitalen Tools

Peter von Aspern: Das waren Andreas Albert und Anika Hamester, die uns ein Stück weit in die Welt der Mega- und Macro-Trends mitgenommen haben und uns aus ihrer Arbeit am neuen Trenduniversum berichtet haben und uns Einblicke gegeben haben, was da die neuen Mega- und Macro-Trends sind. Wenn ihr mehr zu den neuen Mega- und Macro-Trends aus dem Trenduniversum von TRENDONE erfahren wollt, habt ihr die Möglichkeit, euch im Trendexplorer von TRENDONE diese Trends näher anzusehen. Dazu könnt ihr euch beispielsweise einen kostenlosen Testaccount auf Trendexplorer.com holen und euch da entsprechend das neue Trenduniversum ansehen und euch einen Überblick verschaffen, welche Mega- und Macro-Trends darin enthalten sind, sowie welche Micro-Trends unsere Trend Analysten täglich zu diesen Trends finden.

Sebastian Metzner: Das letzte Mal hatten wir darüber gesprochen, ob es für Unternehmen Sinn macht, ihr eigenes Trenduniversum zu erstellen. Da haben wir darauf hingewiesen, dass diese allumfassende Gesamtschau auf die Welt des Wandels für Unternehmen nicht der richtige Ansatz ist, sondern dass wir dort eher den Weg einschlagen oder euch empfehlen würden, euch einen Trendradar zu erstellen. Peter hat das letzte mal ausgeführt, warum das wirklich sinnvoll ist. Die Unternehmenssicht und -bewertung fließen hier mit ein. Ihr braucht nicht wie jetzt 17 Mega-Trends im Universum, sondern die für euch relevanten. Da hilft euch der Trendradar weiter. Dazu gibt es von unserer Seite aus den Trendmanager unter trendmanager.com. dort könnt ihr euch ebenfalls ein bisschen umgucken. Auch in dem Tool ist der Content für euch enthalten, oder Peter?

Peter von Aspern: Das ist absolut richtig. Es sei für alle Nichtkunden aber angemerkt, dass es für den Trendmanager keinen kostenlosen Testzugang gibt. Da stellen wir euch das Produkt gerne persönlich in einem Webinar vor und führen es durch, weil die Materie etwas komplexer ist. da ist auch wichtig, dass wir genau verstehen, was eure Ziele sind, um das Tool einfach optimal für euch aufzusetzen. Für den schnellen ersten Eindruck geht es sehr gut im Trendexplorer, von wo aus man jederzeit sehr gut den nächsten Schritt tun kann, nachdem man sich den Überblick verschafft hat. dann kann man ins Trendradar Thema einsteigen. Den Weg haben schon viele so angegangen.

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